Robert Wäger (Grüne),wies darauf hin, dass bisher nur eine Toilette im gesamten Parkhaus vorgesehen ist.

Millionen-Projekt wird realisiert

Trotz sinkender Einnahmen:Gemeinde Hallbergmoos zieht Parkhaus-Bau durch

Die Gemeinde Hallbergmoos hält am Parkhaus fest. Trotz schrumpfender Gewerbesteuereinnahmen und Haushaltssperre. 

Hallbergmoos – Der Zuzug im Gewerbegebiet und die geplante Surfanlage: all das wird eine Menge Verkehr anziehen. Doch Parkplätze sind im Munich Airport Business Park knapp. Deshalb plant die Gemeinde ein eigenes Parkhaus. Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie wurde nun im Gemeinderat vorgestellt. Geschätzte Kosten: 6,4 Millionen Euro.

Das Studienergebnis für das gemeindeeigene Parkhaus in der Nachbarschaft des B&B-Hotels stellte Ilja Irmscher (GIVT GmbH Berlin) vor. Abweichend von der ursprünglichen Beschlusslage empfiehlt der Geschäftsführer und Planer statt der zunächst angedachten „Halbgeschossbauweise“ nun Vollgeschosse mit voneinander getrennten Auf- und Abfahrtsrampen. Das erhöhe die Verkehrssicherheit, Leistungsfähigkeit und den Komfort des Parkhauses. Allerdings steigen auch die Kosten massiv - von ursprünglich angesetzten 4 Millionen Euro auf geschätzte 6,4 Millionen.

In Zeiten von Corona, schrumpfender Gewerbesteuereinnahmen und Haushaltssperre mag der ein oder andere dies vielleicht als kühnes Unterfangen ansehen. Bürgermeister Reents betrachtet es indes als eine notwendige Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung des MABP, wo das Gros der Gewerbesteuereinnahmen generiert wird. Die vom Gemeinderat einstimmig befürwortete Variante 4 sieht nun folgendes vor: Das Gebäude ist 71 Meter lang, 39 Meter breit und etwa zwölf Meter hoch. Auf vier Ebenen verteilt wird es folgendes geben: insgesamt 309 Schrägparker-Stellplätze, Fahrgassen (5,50 Meter breit) und Rampen ohne Gegenverkehr, Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, eine Surfbrett-taugliche Aufzuganlage und eine für Werbeflächen geeignete Fassade. Außerdem will man Stellplätze für Carsharing und ein Parkleitsystem einrichten, das sich mit Apps zur Parkplatz-Buchung verknüpfen lässt. Auf dem begrünten Dach ist Platz für eine aufgeständerte Fotovoltaikanlage.

Unterhalts- und Folgekosten

Auf die Unterhalts- und Folgekosten richtete Stefan Rentz (CSU) in der Debatte den Blick: Denn die treffen die Gemeinde als Eigentümerin, nicht den späteren Betreiber. Laut Planer variieren die Folgekosten – abhängig vom Bauverfahren. In der Studie habe er einen „mittleren Kostenansatz“ gewählt. Genauere Zahlen wurden nicht genannt. Sabina Brosch (Grüne) bat noch darum, die Möglichkeiten für „helle“ Frauenparkplätze und sichere Fußgängerstreifen zu berücksichtigen. Ihr Parteifreund Robert Wäger machte darauf aufmerksam, dass bisher nur eine Toilette im Parkhaus vorgesehen ist.

Nun sollen die Planungen anlaufen, ein Betreiberkonzept sowie Finanzierungmodelle erarbeitet werden. Wissen will man auch, wie viel Personal die Kommune bereitstellen muss. Selbst betreiben wird die Kommune das Parkhaus voraussichtlich nicht. Aus Sicht des Ortsentwicklungsreferenten Stefan Kronner (SPD) wäre die Park & Ride-GmbH „ein guter Ansprechpartner“. Angepasst werden müssen noch Bebauungsplan und Stellplatz-Satzung der Gemeinde.

Eva Oestereich

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