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Auf die nächsten 90 Jahre: die Schröckenbauers und ihre Gäste bei den Feierlichkeiten.

90 Jahre Goldachmarkt

Und das alles ohne Kunstgeschichte-Studium

Mit einem bunten Programm feiert „eine Institution“ (Bürgermeister Reents) diese Woche ihr 90-jähriges Bestehen: der Goldachmarkt.

Hallbergmoos – „Der Volksmund sagt: Die erste Generation baut auf, die zweite Generation verwaltet und die dritte Generation studiert Kunstgeschichte.“ Theo Schröckenbauer war zum Scherzen aufgelegt, als er nun im Goldachmarkt Kunden und Geburtstagsgäste empfing. 90 Jahre ist das Familienunternehmen jetzt alt. Um die Kunstgeschichte ist man herumgekommen. Dafür hat man aber ein Kunststück vollbracht – und sich mit innovativen Konzepten in der umkämpften Branche behauptet.

„Wir haben uns ständig weiterentwickelt und im Rahmen unserer finanziellen Mittel ausgebaut und erweitert.“ Mit Kathrin (30) und Simon Schröckenbauer (34) steht neben Theo (61) und Bärbel Schröckenbauer (60) mittlerweile die vierte Generation im Familienunternehmen in der Verantwortung. Gemeinsam mit Kunden, Geschäftspartner und Gemeindevertretern wurde die Jubiläumswoche eingeläutet. Auf das Erreichte kann man, das unterstrich auch Bürgermeister Harald Reents in seinen Grußworten, wahrhaftig stolz sein. „Nur acht Prozent der deutschen Unternehmen schaffen die 100 Jahre“, weiß Theo Schröckenbauer. Die Unternehmerfamilie hat dieses Ziel fest vor Augen. Und „hoffentlich weit darüber hinaus“, wie der Hallbergmooser Rathauschef ergänzte. Schließlich sei der Goldachmarkt „eine Institution“ in der Gemeinde.

Die These eines Marktforschungsinstituts, dass der private Lebensmittelhandel ausstirbt, haben die Schröckenbauers längst eindrucksvoll widerlegt. Und auf den Umstand, dass man – mit eigenem Ladengeschäft und eigener Immobilie – zu „den letzten Dinosauriern“ der Branche zählt, ist man stolz. „Wer keinen deutlichen, schwer kopierbaren, dauernd beweisbaren Wettbewerbsvorteil aufweist, kann den Wettbewerb nur über den Preis führen.“ Diesen Satz hat man bei einem Unternehmerseminar aufgegriffen – und über Frischabteilungen (Fleisch, Fisch, Backwaren), Weinabteilung, Catering und Partyservice eine unverwechselbare Identität entwickelt. „Fair, fein, freundlich“ die Philosophie – freundlich, ja fast familiär die Atmosphäre.

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