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70 interessierte Landfrauen durfte Ortsbäuerin Marianne Rottmeier zum Vortragsabend mit Thomas Janscheck im Neuwirt begrüßen.

Was hinter den Bauernregeln steckt

Hallbergmoos – „Da Jackl duad Äpfe salzn, da Lenzl duads schmalzn, da Bartl gibt eana an G’schmack und da Michl brockts ab“. Über die tiefere Weisheit solcher und vieler anderer Bauernregeln sprachen jetzt die Landfrauen mit einem ausgewiesenen Experten: Thomas Janscheck, Diplomingenieur für Gartenbau aus Wolznach, der sich als „Baumflüsterer“ einen Namen gemacht hat. Eingeladen zu dem informativen wie amüsanten Vortragsabend hatten die beiden Ortsbäuerinnen Marianne Rottmeier und Resi Frank.

Janscheck hatte viel Wissenswertes zu berichten. Beispielsweise, dass die Kenntnis des Sonnenlaufs und die Einteilung des Jahreskreises nach Anbau-, Reife und Erntezeiten der Feldfrüchte einst lebensnotwendig für die Menschen war. Die Verknüpfung mit Namenstagen und passenden Sprüchen prägte sich auch gut ein: So wie der Gedenktag für den Heiligen Mathias am 24. Februar: „Wenn Matthies kommt herbei, legt das Huhn das erste Ei“ oder für Johannes den Täufer am 26. Juni: „Am Johannistag, die ersten Kirschen heimtrag.“

Wissenschaftlich Belege für die Regeln gibt’s selten. Aber es lassen sich zumindest Zusammenhänge erkennen: So wie beispielsweise der „Bruno-Tag“ am 6. Oktober. Dazu heißt es gerne: „Bruno, der Karthäuser treibt die Mäuse in die Häuser.“ Die Menschen wussten darauf zu reagieren. Wegen der abnehmenden Tageslänge wanderten die Mäuse in die Unterkünfte. Um die gelagerten Vorräte zu schützen, wurden diese mit Wallnussblättern ummantelt. Wirksamer Nebeneffekt: Wallnussblätter vertreiben Insekten und sind auch gegen Kleider- und Lebensmittelmotten ein probates Mittel.

In seinem Vortrag warb Jascheck für einen sensibleren Umgang mit der Natur. Er berichtete, dass man im Landkreis Pfaffenhofen phänologischen Kalender an Grundschulen verteilt habe. Mit Hilfe dieses Jahreszeitenkalenders soll der Nachwuchs wieder lernen, sich auf Blüte-, Reife und Erntezeiten von Pflanzen und Bäumen zu freuen. „Denn alles hat seine Zeit“. Die Rückbesinnung auf traditionelle Landwirtschaft nützt, so der Experte, Menschen und Umwelt gleichermaßen. Nicht behandelte oder veränderte alte Apfelsorten beispielsweise sind für die 2,5 Millionen Apfel-Allergiker genießbar. Böden, die mit Stallmist gedüngt werden, sind gesünder, nähren die für die Bodenregeneration wichtigen Regenwürmer und verhindern die Verseuchung von Böden.

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