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Die Abspaltung des Ortsteils Goldach war der Höhepunkt der sehr unterhaltsamen Fastenpredigt von Bruder Barnabas.

Starkbierfest der Freien Wähler

Wenn die Hallberger nach Goldach abwandern

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Heinrich Lemer alias Bruder Barnabas hat beim Starkbierfest der Freien Wähler in Hallbergmoos der Politprominenz die Leviten gelesen.

Hallbergmoos – Dabei bohrte er keineswegs mit dem Finger in blutenden Wunden – und niemand musste sich auf die Lippen beißen. Vielmehr war es ein satirisch-politischer Streifzug mit folgendem Höhepunkt: der Abspaltung des Ortsteils Goldach.

Die vom „unerbittlichen Heimatforscher“ Karl-Heinz Zenker ausgegrabene Gründungsurkunde, wonach Hallbergmoos bereits zwei Jahre älter ist als angenommen, mache nicht nur alle bisherigen Jubiläums-Feste und Feiern zur Katz, sondern habe Konsequenzen: eine massive Abwanderung der Hallberger in das südliche, um 43 Jahre deutlich jüngere Goldach. Gegen die „überbordende Überfremdung durch die Hallbergmooser“ ruft die EFG (Einigkeit für Goldach) zur Krisensitzung. Eine mexikanische Mauer entlang Weidenweg und Auenstraße sowie über Brandstadlweg bis B 301 soll errichtet, die Grenzen durch die Goldacher Feuerwehr gesichert werden. Endlich kann so auch Goldach in den Landkreis Erding zurückkehren – „ein jahrzehntelanger Wunsch vieler Goldacher geht damit spät aber dennoch in Erfüllung.“

Als Regierungszentrale würden aktuell das Goldacher Feuerwehrhaus sowie der Alte oder Neue Wirt diskutiert. Zum „typischen Grenzgänger“ werde Bürgermeister Harald Reents. Als Anwohner der südlichen Auenstraße kann er, „um nicht auf die Hälfte seiner Untergebenen verzichten zu müssen“, durch ein Mauerloch klettern und so tagsüber für die Hallbergmooser und nachts für die Goldacher Bürgermeister sein. „Zwoarer“ Sepp Niedermair brauche sich keine Hoffnungen machen, an Position eins aufzurücken, zumal „seine Buchungen zu Geburtstagen älterer Damen nach unten“ gehe und der Smiley (Reents) ihm schon lang den Rang abgelaufen hätte.

Dank Goldachmarkt und Rewe sei die Nahversorgung Goldachs gesichert, Christian Krätschmer, Franz Leichtle und Rudi Zeilhofer von der CSU wollen über Filialen nachdenken. „Dreier“ Sepp Fischer zeigte sich in Punkte Getränkebelieferung für Goldach kompromisslos: „Sollen die doch ihr Wasser aus dem Bach saufen!“ Die beiden Gemeinderäte Konrad Friedrich und Karl-Heinz Bergmeier indes haben sogar einen Parteiwechsel von der SPD zur EFG angekündigt, Friedrich wird Jugendminister, Bergmeier wird als Staatssekretär des Konzeptministers und Altbürgermeisters Klaus Stallmeister agieren. Barnabas´ Einschätzung, dass „dieses schlagkräftige, überraschend neue Duo, dessen vielfach unter Beweis gestellte Kompetenz den Erfolg garantiert“, war der satirische Brüller des Abends. Während Marcus Mey im Falle der Spaltung mit Familie den Ort verlassen wolle, ihm eine Diskussion um Rat für seine Lebenszeit zu schade sei, erwägt Rätin Sylvia Edfelder die Einführung einer doppelten Gemeindebürgerschaft. „Noch besteht aber Hoffnung, dass beide Gemeindeteile zusammen bleiben, wenn sich die Erkenntnisse von Prof. Dr. Sebastian Hingerl, Sonderbeauftragter für Ortsgründungen am Lehrstuhl für Bayerische Geschichte, bewahrheiten und sich Zenkers vorgelegte Dokumente als Fälschung herausstellen.“

Wieder einmal hätten sich aber die FW als politische Frischlinge bewiesen, sich die Lorbeeren für die Abschaffung der „Strabs“ vom Brot nehmen lassen, die die Schwarzen einstreichen. Nicht verzichten wollte Barnabas auf seinen seit Jahren vorgebrachten Running Gag: Am Rathausplatz habe sich wieder nichts zum Aufhübschen getan, „immer noch stehen da Hundetränkebecken und unansehnliche Pflanztröge“. Zum Glück seien die drei Kibitzpärchen in die Kibitzstraße umgezogen, „der Weg für die Trassenverlegung der B 301 ist nun frei“.

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