Der Nachtwächter und seine Wanderer
+
Und los geht’s: Martin Schuster und „seine“ Gruppe begeben sich bei einsetzender Dämmerung auf die Nachtwächter-Wanderung.

Ersatzprogramm der Laienschauspieler

„Wie’s in Hallbergmoos vielleicht mal war“: Mit der Moosbühne durch die Nacht wandern

Zwei Spielzeiten mussten bei der Moosbühne Graf Hallberg Pandemie-bedingt ausfallen. Doch nun gibt‘s einen unterhaltsamen Ersatz: die Nachtwächter-Wanderungen.

Hallbergmoos - „I nimm Euch heute in die alte Zeit mit, wie’s in Hallbergmoos vielleicht mal war“, kündigte Martin Schuster die Premieren-Tour an. Die Idee für eine Geschichtswanderung mit Theatereinlagen der Laienschauspieler hatte „Schuki“, so sein Spitzname, schon vor Corona. Inspiriert haben ihn, wie er erzählt, die Nachtwanderungen in München und Salzburg. Er wühlte ein bisserl in den Ortschroniken und Erzählungen von Erich Bründl über die „Moosler“ – und bereitete sie auf.

25 Wanderer zum Auftakt

„Ob des alles wahr ist, könnt’s Ihr selber entscheiden. Aber ein Funken Wahrheit steckt in jeder Geschichte drin“, sagte er im Beisein der ersten 25 Wanderer, die am Schloss Birkeneck zu den ersten beiden Touren aufbrachen. Mit Schuster und Moosbühnen-Regisseurin Christine Wimmer als Nachtwächter und Erzähler.

Ein Räuber-Trio (Thomas Mach, Robert Walter, Harry Kindshofer) begegnet den Nachtwanderern gleich zu Beginn im Birkenecker Wäldchen. Das war bei Schmugglern und Wegelagerern recht beliebt, wie man erfährt – weil dort seinerzeit wertvolle Güter von Freising zum bischöflichen Jagdschloss in Birkeneck transportiert wurden. Der ideale Ort für ein „Räuberdiplom“ eines Nachwuchsganoven, möchte man meinen. Der Ausgang des Beutezugs ließ die Wanderer freilich schmunzeln.

Szene der Stammtischrunde im Biergarten beim „Kaindl“; im Hintergrund das Publikum.

Auf dem Weg zur „Kindshofer Schwoag“ entlang des Süßbachs erfuhren die zwei 25-köpfigen Gruppen viel über das Leben der Torfstecher und deren mühsamen Alltag. Nach einer Stärkung und dem ersten Aufeinandertreffen mit „Hochwürden“ Helle Wolter, lauerte „Gesindel“ am Schulweiher: Bettelarme erste Siedler der Gemeinde (Christina und Jonas Karl), das sich mit Diebstählen über Wasser hält. Eine schöne Idee, hier auch das Publikum ins Spiel miteinzubeziehen. Mit allerlei historischen Fakten gespickt, musikalisch und witzig gestaltete sich das Zusammentreffen mit der Stammtischrunde im Biergarten beim „Kaindl“ (jetzt: Edeka) – und den beliebten Charakterdarstellern Karin Troidl und Markus Streitberger.

Unheimliches Finale mit der „Heilmeierin“

Unheimlich wurde es zum Schluss, vor dem Leichenhaus von St. Theresia, wo nach gut zwei Stunden und fünf Kilometer Fußmarsch die Dunkelheit hereingebrochen war. Dort begegnete man der „Heilmeierin“ (Gisela Edelmann) und ihrer Tochter (Franziska Karl), die eine schreckliche Bluttat an ihren Kindern verübte. Wunderbar dafür der musikalische Ausklang des „vollbrachten Tagwerks“ mit Ute Dattinger und Renate Schmidmeier.

Eva Oestereich

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare