Harmonisches Zusammenspiel: Andreas Martin Hofmeir an der Tuba und Andreas Mildner, Soloharfenist, zeigten am Sonntag in Zolling, dass Musik „Besser ohne Worte“ auskommt.

Die Harfe wird zum Klavier, die Tuba singt

Zolling - Lyrische Lieder am Klavier begleitet: das ist ein Markenzeichen der Romantik. Robert Schumann hat viele davon komponiert. Zwei ganz Große der Musikszene haben diese Lieder neu interpretiert: ohne Gesang und ohne Klavier. In ihrem aktuellen Programm „Besser ohne Worte“ führten Andreas Martin Hofmeir und Andreas Mildner in Zolling vor, wie das geht.

Die Arien ganz ohne störenden Gesang zu genießen. Das Vergnügen bereiteten Andreas Martin Hofmeir, ECHO Klassik Preisträger und Ausnahmemusiker an der Tuba sowie Andreas Mildner, Soloharfenist im WDR-Sinfonieorchester und Professor an der Hochschule für Musik in Würzburg, den Konzertbesuchern in Zolling mehr als zwei Stunden lang. Die Texte des romantischen Liedes könne man doch ruhig ausblenden befand Hofmeir. In seiner unnachahmlich komödiantischen Art, das Konzert zu kommentieren, sorgte er für viele Lacher. „Im Lied der Oper sind die Texte noch dämlicher“. „Text und Handlung sensationell“, witzelte Hofmeir in Richtung Richard Wagner: „Thannhäuser, do brauch’ ma gar net weiter red’n.“ Dass die Arie des Wolfram „An den Abendstern“ (die schönste Arie im Thannhäuser, Zitat Hofmeir) so unwahrscheinlich gelungen interpretiert wurde, dass man bei geschlossenen Augen glaubte, im Opernhaus zu sitzen, das war dem ganz großen Können der beiden Musiker zu verdanken. Mühelos übernahm die Harfe den Part des Klaviers, die Tuba stand stellvertretend für den Sologesang. Das, was Hofmeir und Mildner als weltweit einziges Duo aus Tuba und Harfe herauskitzelten, das stellte jeden Liederabend mit Klavierbegleitung in den Schatten.

Sogar schwierige Koloraturen, wie sie in Sologesangsstimmen gefordert werden, bewältigte Hofmeir mittels seinem Instrument vortrefflich. Stürmischer Applaus brauste auf, als Andreas Mildner eine Arie aus der tragischen Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini an der Harfe erklingen ließ. Doch das war noch lange nicht alles. Wer hat die Arie der „Tosca“ von Giacomo Puccini schon jemals so farbig gehört? Oder die „Habanera“ aus der Bizet-Oper „Carmen“? Ganz gewaltig, wie hier der Tubist zum Schluss des Konzertes noch einmal die ganze Bandbreite seines Könnens vorlegte. Die witzige Moderation, mit der Hofmeir das Publikum von Anfang an fest im Griff hatte, sollte nicht darüber hinwegtäuschen: Das Konzert war keine „leichte Unterhaltung“. Hier waren ganz Große der heutigen Musikszene zu hören. Ein Konzert wie ein seltener „Edelstein“, den sich die Besucher auch gerne als „Devotionalie“ (Hofmeir) in Form einer CD mit nach Hause nahmen. Der nicht enden wollende Applaus schien zu signalisieren: Die Zollinger möchten ein weiteres Konzert mit den beiden Ausnahmemusikern einfordern.

Maria Martin

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