Jahresbilanz des Landrats

Hauner: „Das ist fast nicht zu stemmen“

Freising – „Es war schon ein ganz besonderes Jahr“, bilanzierte Landrat Josef Hauner gestern. Und wenn nicht alles täuscht, wird auch 2016 ein besonderes Jahr. Der Ansturm der Asylbewerber auf den Landkreis war Anlass für diese Einschätzungen Hauners zum Jahresabschluss.

Die Dramatik der Situation zeigen drei Zahlen: 740 Asylbewerber zählte man Anfang des Jahres 2015 im Landkreis, 2070 (plus 166 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge) zählt man jetzt, rund 4500 würden es Ende 2016 sein, wenn der Ansturm der Flüchtlinge so anhält. Und dabei stehe man laut Hauner nicht nur vor der „Herausforderung“, für die Flüchtlinge Unterkünfte bereit zu stellen. Die Integration der Asylbewerber mache ihm, sollten die Zahlen nicht zurückgehen, mehr Sorgen: „Das ist fast nicht zu stemmen“, warnte er.

Die derzeitige Situation: In 80 Unterkünften seien die Flüchtlinge untergebracht, Der Vertrag mit dem Sicherheitsdienst in der Containeranlage an der Wippenhauser Straße sei verlängert worden. Und nach „Problemen“ in der Unterkunft im ehemaligen Stabsgebäude der Stein-Kaserne werde da wieder ein Sicherheitsdienst installiert.

Weitere größere Anlagen seien in Planung oder im Bau. Die Unterkünfte in Zolling, Moosburg und Langenbach, die demnächst fertig gestellt würden, übernehme die Regierung von Oberbayern, teilte Hauner mit. In Neufahrn wolle man so schnell wie möglich eine Traglufthalle errichten, Verhandlungen für eine größere Unterkunft in Hallbergmoos liefen gerade. Und auch in Eching stehe man in Verhandlungen, um eine Alternative für die belegte Turnhalle an der Realschule zu finden. Zudem sei man dabei, der Regierung von Oberbayern als Notfallunterkunft eine andere Möglichkeit als die Moosburger Turnhalle anzubieten. Seitdem auch Gewerbeimmobilien angemietet werden dürfen, gebe es da mehr Chancen. Denn Hauners „oberstes Ziel“ heißt: „Die Turnhallen frei zu bekommen.“ Das sei freilich angesichts neuer Prognosen, wie viele Flüchtlinge in 2016 nach Deutschland kommen dürften, schwierig: Mit einer Million rechnet man in 2016 – das bedeute für den Landkreis Freising 2000 bis 2500 neue Asylbewerber.

Hauner versäumte es nicht, am Ende dieses „ganz besonderen Jahres“ seine Verwaltung zu loben: Die habe in den verschiedenen und unvorhersehbaren Situationen sehr flexibel und spontan reagiert. „Das ging auch gar nicht anders“, betonte Hauner. Und auch ohne ehrenamtliche Helfer wäre das nicht gegangen, weiß der Landrat genau. Und deshalb wird es Ende Januar in der Luitpoldhalle ein Helferfest für die Ehrenamtlichen geben.

Andreas Beschorner

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