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Für langjährigen Dienst geehrt: Stadtbrandmeister Oliver Sturde und Stadtbrandinspektor Anton Frankl (v.l.) sowie Bürgermeisterin Eva Bönig, Amtsleiter Robert Zellner und Kreisbrandrat Manfred Danner (v. r.) gratulierten (weiter v.l.) Frank Ißler (20 Jahre), Lorenz Abstreiter (30 Jahre) und Christopher Landsberger (10 Jahre).

Hauptversammlung der FFW Freising

114 Fehlalarme: „Wir rücken trotzdem aus“

Einen ärgerlichen Rekord vermeldete Freisings Feuerwehr-Kommandant Anton Frankl bei der Jahreshauptversammlung der Freisinger Wehr: Von insgesamt 453 Einsätzen zählte die Statistik allein 114 Fehlalarme.

Freising – Im Schnitt war jeder vierte Einsatz, den die Freisinger Feuerwehr-Aktiven im Jahr 2016 fuhren, einem Fehlalarm geschuldet, gab Stadtbrandinspektor Anton Frankl bei der Hauptversammlung am vergangenen Freitag bekannt: „Probleme bereiten vor allem die automatischen Brandmeldeanlagen.“ Technische Defekte also und Fehlverhalten der Nutzer waren die häufigste Ursachen für Fehlalarme. Unrühmlicher Spitzenreiter dabei: die Flüchtlingsunterkunft an der Wippenhauser Straße. Erst nach zähem Ringen mit dem Landratsamt konnte durch den Einbau neuer Technik Abhilfe geschaffen werden, berichtete Frankl. Stolz war der Kommandant aber auf die Moral der Truppe: „Aber wir rücken trotzdem jedes Mal aus, auch wenn die Motivation manchmal am Boden ist!“ Das Ehrenamt und die Freiwilligkeit in der Freisinger Wehr zu erhalten, sei „die große Herausforderung für die kommenden Jahre“, sagte Frankl weiter. Gerade in den Ortsteilen gebe es tagsüber nur noch wenige einsatzbereite Aktive vor Ort. Frankl hob beispielsweise hervor, dass die schwierige Wohnungssituation in Freising dazu führe, dass auch viele Feuerwehrleute aus der Stadt wegzögen, um anderswo im Landkreis die eigenen vier Wände zu schaffen.

Ernannt und befördert: Stadtbrandmeister Oliver Sturde (l.) und Freisings FFW-Kommandant Anton Frankl wünschten den langjährigen Aktiven Thomas Petz (jetzt Oberlöschmeister), Johanna Rauch (neue Frauenbeauftragte) und Andreas Frankl (neuer Oberlöschmeister) eine glückliche Hand bei den kommenden Aufgaben.

Eva Bönig zeigte sich in ihrem Grußwort stolz auf die gut ausgebildete und motivierte Mannschaft, aber auch in Sorge um die Tagesalarmstärken. Stadt und Feuerwehr werden in den nächsten Jahren gemeinsam sehr aktiv werden müssen, um Mitglieder zu gewinnen. Dies sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, mahnte Bönig. Um Verständnis warb die Bürgermeisterin, dass der neu erstellte Feuerwehrbedarfsplan zunächst in den politischen Gremien beraten und beschlossen werden muss, bevor er in der Wehr veröffentlicht werden kann. Man sei in enger Abstimmung mit dem Kreisbrandrat und den Kommandanten. Eine Erkenntnis der Planung aber verriet sie: Die Größe und der Standort für den Neubau der Lerchenfelder Feuerwache 2 an der Katharina-Mair-Straße „haben sich als richtig erwiesen.“ Kommandant Anton Frankl drängte dennoch in der Versammlung auf einen baldigen Baubeginn: „Eigentlich sollten heuer die Baufahrzeuge schon auf dem Hof stehen“.

Beeindruckt von der Leistung der Ehrenamtlichen zeigte sich Kreisbrandrat Manfred Danner. Er rechnete vor: die knapp 19000 geleisteten Stunden bei Einsätzen (7300) und Übungen (11600) entsprächen der Arbeitsleistung von zehn Vollzeitangestellten in einem Betrieb. Er berichtete über die Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, die die Anhebung der Altersgrenze auf 65 Jahre vorsieht. „Das ‚biologische Ablaufdatum‘ der aktiven Feuerwehrleute heraufzusetzen, bedeutet nicht, dass man ganz unten bei der Jugend nachlassen darf, Nachwuchs zu gewinnen“, mahnte Danner.

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