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Eine akribische Planung ist beim Hausbau unverzichtbar.

Hausbau

Mit Bedacht wird das Nest geplant

Ein Eigenheim bedeutet prinzipiell eine sichere Geldanlage und eine solide Altersvorsorge. Die Niedrigzinsen tragen ihren Teil bei, dass Viele in Betongold investieren. Und dabei auch viele graue Haare bekommen. Muss das sein?

Es heißt, ein Haus zu bauen sei die Pest. Heerscharen von verzweifelten Familien werden deswegen im Privatfernsehen bleich und am Rande ihrer psychischen und finanziellen Kräfte vorgeführt. Das macht Angst. Und diese ist teilweise berechtigt, denn die Materie ist sehr komplex: Beginnend mit der Finanzierung und dem Bauwerksvertrag über den Hausbau bis hin zur Bauabnahme. Der Bauwillige, der meist zum ersten Mal baut und entsprechend unerfahren ist, taucht ein in eine Welt, in der sich verschiedene Gewerke, Bauunternehmer und Architekten tummeln. Sie sprechen alle eine eigene Sprache. 

Planung, Planung, Planung

Der Architekt begleitet den Bau von der Planung bis zur Fertigstellung.

Es hört sich zwar einfach und profan an, aber eine gute Bauplanung ist das A und O beim Hausbau, um mit möglichst wenigen Problemen kämpfen zu müssen. Los geht’s immer mit der Lage des Grundstücks und der sich daran anschließenden Frage, wie groß das Eigenheim denn werden soll. Aber auch, wie der optimale Grundriss aussieht und sich das Eigenheim erweitern lässt, falls die Familienplanung später doch großzügiger ausfällt. Sind die Türen auch noch breit genug, wenn ein Rollstuhlfahrer durch muss? Wird der Grundriss nachträglich verändert, wird das meist teuer. Ein Blick in den Geldbeutel beantwortet die Frage, wie viel Haus man sich letztendlich leisten kann. Ganz wichtig fürs Haus planen ist dann die Frage: Welcher Baupartner ist der Richtige? Ein Bauträger? Ein Fertighaushersteller oder soll’s doch lieber ein Architekt sein?

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Bevor der erste Grundstein gelegt ist, muss sich der Bauherr darüber klar sein, wo er bauen und wie er sein Vorhaben finanzieren will. Bei dem „wo“ sollte er sich das Baugrundstück auch unter der Woche anschauen, denn da herrscht ein völlig anderes Verkehrsaufkommen und auch die Lärmbelastung eines nahen Betriebes kann die Aussicht auf ein „ruhiges“ Grundstück sehr schnell trüben. Bebauungspläne müssen zudem berücksichtigt werden, diese gilt es von der Kommune zu besorgen und zwar möglichst vor dem Grundstückskauf. Während der Erwerb eine Privatangelegenheit ist, redet die Kommune bei der Art und Weise der Bebauung ein gewichtiges Wörtchen mit. Wie viele Stockwerke, welche Dachneigung und –art, welche Ausrichtung, dies sind Punkte, die darin geregelt sind. Wer hier alle Vorgaben berücksichtigt, geht schon mal einigen Problemen bei der Genehmigung des eingereichten Bauplans aus dem Weg.

Welchen Typ hätten Sie denn gerne?

Reihenhaus, freistehend oder Bungalow, Massiv-, Fertig- oder Niedrigenergiehaus: da das zukünftige Heim ja schließlich ein Leben lang Freude bereiten soll, ist die Wahl des Typs eine weitreichende. Wer sich nicht sicher ist, dem bieten sich die Möglichkeit der unzähligen Hauskataloge, Fertighausausstellungen, das unerschöpfliche Internet oder der örtliche Architekt. Diese Entscheidung kostet Zeit, denn ob sich die große Glasfassade nach dem ersten Fensterputz-Marathon (ohne Putzfrau) auch noch als so schön herausstellt, wird sich dann zeigen.

Wer plant?

Bevor die Handwerker aktiv werden, gilt es, alle Maßnahmen im Bauvertrag zu regeln.

Viele Bauwillige nutzen mit einem Architekten die Möglichkeit, ein Haus ganz nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen planen und errichten zu lassen. Das bringt zwar ein hohes Maß an Individualität, bedeutet aber auch höhere Kosten. Denn für seine Planungsleistungen berechnet der Architekt auf Grundlage der für Architekten und Ingenieure (HOAI) ein Honorar, das etwa 10 Prozent der reinen Baukosten ausmacht. Der erstellte Entwurf wird beim Bauamt eingereicht, nach der Genehmigung dann von einem Bauunternehmen realisiert. Vielfach wird jedoch auch ein Generalunternehmer beauftragt, der alle Leistungen durchführt oder koordiniert. Allerdings sollte man sich hier gründlich über den künftigen Partner informieren und auch vergleichen, dazu muss der Bauherr aber schon tiefer in die Thematik einsteigen. Denn dann gilt es etwa, die Fachbegriffe in der Baubeschreibung nicht nur lesen zu können sondern auch zu verstehen.

Was wird geplant?

Damit am Ende nicht nur auf den Tablet das Traumhaus herauskommt, helfen die Dienste eines Architekten. 

Galt die massive Bauweise „Stein auf Stein“ lange als „der“ Standard, spielen neben den verschiedenen Baustilen auch die Optik und auch das Wohnklima eine immer wichtigere Rolle. Massiv- und Fertighaus schließen sich jedoch heute nicht mehr aus, vorgefertigte komplette Wände aus Beton oder Leichtbeton werden rasch auf der Baustelle montiert. Knapp 16 Prozent aller Häuser werden Jahr für Jahr als Fertighäuser gebaut, Vorteile sind die schnelle Bezugsfähigkeit aufgrund vorgefertigter Module, das lange Austrocknen von Mauerwerk, Putz und Beton entfällt. Energieeffizienz wird schon allein aufgrund der Energiepreise bei allen groß geschrieben. Wärmerückgewinnung, automatische Lüftungsanlagen, Photovoltaik sowie die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und Materialen sind weitere Bestandteile auf der gestalterischen Spielwiese. Je kompakter, desto niedriger ist der Energieverbrauch, jedes noch so schöne Erkerchen ist eine Wärmebrücke. Je günstiger das Verhältnis der Außenfläche zum beheizten Raumvolumen, desto besser ist die Energiebilanz eines Hauses. Optimal ist das Verhältnis bei einer kompakten, also meist kastenförmigen Gebäudeform. Auch beim Dach sollte man sich vorher überlegen: soll dort Wohnraum geschaffen werden? Dann erst geht es um die Frage der Form: ob Flach-, Sattel, Pult- oder etwa ein Walmdach.

Der Bauvertrag

Er ist das allerwichtigste Dokument, denn darin steht die Bau- und Leistungsbeschreibung des Hauses, somit ist dort alles exakt bis ins Detail geregelt. Er erspart graue Haare und Nerven, wenn detailliert die Materialen und Ausstattungsdetails aufgelistet, für die Türen, Fenster, Sanitäranlagen, Böden und alles Drumherum genau das Fabrikat, Material und auch die Farbe dokumentiert sind. Dann steigt die Chance, den Wasserkasten im Klo auch wirklich unter Putz zu bekommen, dass die Türklinken zu den Türen passen und der Boden im Wohnzimmer auch wirklich italiensicher Terracotta ist. Zudem regelt der Vertrag den Zahlungsplan, Vertragsstrafen, die Kostenzusammenstellung und allgemeinen Vertragsmodalitäten. Bevor ein Bauherr unterschreibt, sollte er in einen unabhängigen Bausachverständigen investieren, seine Hinweise können sich später oft in bare Münze wandeln. Was tun, wenn etwa das neue Heim nicht fertig wird, die alte Wohnung aber schon gekündigt ist? Eine entsprechende Formulierung im Bauvertrag kann vor der Doppelbelastung von Miete und Kredit-Zahlungen schützen. Der Sachverständige kann übrigens auch die Fortschritte kontrollieren und vor der Endabnahme das Haus auf Mängel inspizieren.

Die Küche als Arbeits-, Wohn- und Lebensmittelpunkt

Eine gute Planung…

...ist wie so oft im Leben, durch nichts zu ersetzen und auch beim Hausbau der Schlüssel zum Erfolg. Gute Planung aber kostet Geld, und da sollte keinesfalls gespart werden oder man gewöhnt sich an das Gefühl mit Pragmatismus statt Perfektion zu leben.

Von Sabina Brosch

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