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Vom Spatenstich bis zur Bauabnahme: Träume werden wahr

Gemeinsam sind wir mit dieser Ausgabe in der vierten Phase von Haus & Garten angekommen, es geht um das Thema „Bauen“. Hier erfahren Sie mehr zum Thema.

Sobald die Baubewilligung vorliegt, wird der Haustraum nun Schritt für Schritt sichtbare Realität. Ein sehr emotionaler ist der Spatenstich, das Symbol schlechthin, das den Baustart markiert. Vielleicht dürfen Sie ja sogar mit dem Bagger die erste Schaufel Erde ausheben. Nach dem Aushub kommt die Verlegung der Kanalisation, die Handwerker betonieren das Fundament und – falls Sie sich dafür entschieden haben – den Keller. Das Haus wächst schnell und es wird das sichtbar, was Sie lange Zeit geplant und auch entschieden haben.

Was geht schneller Fertigbau oder Massiv?

Jede Bauweise und jeder Haustyp hat seine Vor- und Nachteile, Sie müssen selbst prüfen, ob ein Massiv- oder Fertighaus Ihren individuellen Ansprüchen und Vorstellungen genügt. Was für den einen ein Nachteil ist, sieht der Andere unter Umständen besonders positiv. Die Industrie- und Handelskammern aber auch Architektenkammern der jeweiligen Städte und Länder sind ein kompetenter Ansprechpartner in der Beratung. Wir verzichten hier bewußt auf eine eindeutige Empfehlung pro oder kontra. Eines jedoch haben wir mal angeschaut, nämlich welche Bauweise die schnellere ist. Bei beiden gibt es eine Bauplanung, die Änderungen zulässt. Bei Fertighäusern kostet es oft viel Zeit sich die verschiedenen Musterhäuser anzuschauen, mehr als mit einem Architekten vor Ort seine individuellen Vorstellungen zu verwirklichen. Das Genehmigungsverfahren kann sich über mehrere Monate hinziehen, egal ob Fertig- oder Massivhaus. Die Baustelleneinrichtung inklusive nötiger Erd- und Vermessungsarbeiten, aber auch die Erstellung der Bodenplatte oder eines Kellers dauert bei beiden Bauweisen gleich lang. Es geht nun einmal nicht schneller, denn Keller oder Bodenplatte müssen stehen, bevor mit dem weiteren Bau begonnen werden kann. Der größte Unterschied zeigt sich in der reinen Bauzeit. Diese beträgt beim Massivhaus, wo Stein auf Stein gemauert wird, etwa vier bis fünf Wochen, bis Richtfest gefeiert werden kann. Bei einer Montagezeit von ein bis zwei Tagen hat das Fertighaus klar die Nase vorn. Allerdings kann auch hier der Schein trügen, denn während das Massivhaus-Bauunternehmen bereits nach Fertigstellung der Bodenplatte oder des Kellers mit dem Aufbau des Rohbaus beginnt, ist das beim Fertighaus oft nicht der Fall. Wird erst jetzt der Auftrag für die Fertigung der einzelnen Bauelemente ausgelöst – öfters der Fall, wenn das Fertighaus-Bauunternehmen sehr viele Aufträge vorliegen hat und mit der Produktion der einzelnen Bauteile nicht hinterher kommt und wurde nicht vorproduziert - vergehen noch einmal durchschnittlich vier Wochen. Und dann schenken sich – was die Bauzeit angeht – beide Hausbauweisen nichts.

Es geht ans Eingemachte – selbst ist der Mann

Auf die Errichtung des Rohbaus folgt der Innenausbau durch Anbringen des Innenputzes und Estrichs, durch den Einbau von Fenstern, Türen und der Elektroinstallationen sowie durch Tapezieren und Streichen der Wände und weitere Schritte. Viele Menschen aus unterschiedlichen Gewerken gehen bei Ihnen nun ein und aus. Sie verlegen Fliesen, verputzen, weißeln, Heizung, Sanitär und Elektro werden fertig installiert, sehr wahrscheinlich wird auch Ihre Küche eingebaut. Meist parallel dazu wird die Aussendämmung angebracht und die Fassade fertiggestellt. Zum Schluss verlegen die Handwerker Laminat oder Parkett und hängen die Türen ein. Vielleicht machen Sie ja – um Geld zu sparen – Teile des Innenausbaus in Eigenregie. Aber überschätzen Sie sich nicht! Denn generell gilt, dass man nur die Arbeiten selbst ausführen sollte, für die man auch die nötigen Qualifikationen mitbringt. Hände weg von Elektro- und Sanitärinstallationen, wenn man das Handwerk nicht auch selbst gelernt hat. Da führt kein Weg am Profi vorbei. Meist sind die Bauherren selbst berufstätig und können nur nach Feierabend oder an den Wochenenden Arbeiten auf der Baustelle verbringen. Das ist nicht viel Zeit und erfahrungsgemäß verzögert sich damit der Innenausbau um Wochen oder noch länger.

Auch die Jugend kommt ins Alter!

Auch Bauherren brechen sich mal ein Bein und sind vorübergehend auf Krücken angewiesen - und werden natürlich auch älter. Kein Problem für diejenigen, die bereits verschiedene Maßnahmen zur Barrierefreiheit berücksichtigt haben: auf Podeste, Wendeltreppen oder enge Durchgänge verzichten, durch Schrägen in der Zufahrt lassen sich Treppenstufen vermeiden. So kommt auch ein Rollstuhl und Rollator - aber auch Kinderwagen! - unproblematisch ins Haus. Barrierefreies Wohnen heißt aber auch Steckdosen in Griffhöhe anbringen sowie rutschfeste Beläge auf Treppen, ein trittsicherer Boden auf der Terrasse oder eine versenkte Terrassentür-Schwellen. Ein großzügiges Badezimmer ist nicht nur optisch schön: eine bodengleiche Dusche, Waschtische ohne Unterschränke und kippbare Spiegel, die bis zum Boden reichen, ermöglichen es Menschen mit Handicap, sich auch sitzend im Bad frisch zu machen. Es ist nicht nur das Handicap im Alter, auch durch Unfälle oder angeborene Behinderungen kann es schon in jungem Alter notwendig werden, sich mit barrierefreiem Bauen befassen zu müssen. Und wer bis ins hohe Alter im eigenen Haus wohnen möchte, sollte rechtzeitig beginnen.

Eine folgenreiche Unterschrift – die Bauabnahme

Nun kommt das, wo Sie wirklich nicht hudeln sollten: Die Bauabnahme ist die letzte Chance, um Baumängel zu dokumentieren. Wenn Sie feststellen, dass Sie statt der gewünschten Schiebe- nun eine Flügeltüre haben, die Fliesen auf der Terrasse nicht Terrakotta sind, dann ist dies der richtige Zeitpunkt „nein“ zu sagen und Nachbesserungen zu verlangen. Der Verband privater Bauherren (VPB) verweist eindringlich darauf, dass „die Abnahme neben der Unterschrift unter dem Kauf- oder Bauträgervertrag zu den wichtigsten Rechtsakten beim Neubau gehört.“ Wer also vorschnell unterschreibt, bringt sich leichtfertig um wichtige Ansprüche gegenüber seinem Vertragspartner, wenn nachträglich wirklich Baumängel auftauchen. Denn wer ein Werk vorbehaltlos abnimmt, bestätigt, dass es im Wesentlichen vertragsgerecht ausgeführt wurde. Und dass Mängel sehr häufig auftreten beweist die Studie des Instituts für Bauforschung und des Bauherren-Schutzbunds, die auf 600 Baustellen von Ein- und Zweifamilienhäusern kontrolliert hat. Im Durchschnitt tauchen 20 Mängel pro Haus während des Bauverlaufs auf. Selbst bei der Schlussabnahme würden immer noch etwa zehn weitere Mängel entdeckt. Die Abnahme spielt zudem eine Schlüsselrolle von der abhängt, ob die Vergütung fällig wird, die Gewährleistungsfrist beginnt, oder der Bauherr eine Nachbesserung von Mängeln verlangen kann. Also, genau hinschauen und nichts übereilen!

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Haus und Garten Freising: Impressionen

sab

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