Hauseigentümer haben doch keine Wahl

Neufahrn - Weniger Platz für Autos, mehr für Fußgänger, Radfahrer und Kinder. Auf diesen Nenner ließe sich ein Vorschlag der Verwaltung bringen, mit dem man dem Baugebiet „Neufahrn Ost“ einen anderen Charakter geben wollte. Das ist nur teilweise geglückt.

Es ist das größte seiner Art. 330 Wohnungen und 300 Häuser sollen in dem Baugebiet entlang des Kurt-Kittel-Ringes entstehen, wo dann bis zu 1800 Neubürger zuhause sind. Da bot es sich aus Sicht der Verwaltung offenbar an, umzudenken - und statt Autofahrern Vorfahrt zu gewähren und die Straßen mit Stellplätzen zu belegen, die Satzung zu ändern. Doch so einfach ist es nicht, anstatt zwei Stellplätzen pro Wohnhaus nur noch einen zu verlangen, wie sich jetzt erneut zeigte. Zunächst waren die Parkplätze im Bauausschuss, dann bei einer Anhörung im Gemeinderat und jetzt erneut im Bauausschuss Thema.

Dort lehnte man das Vorhaben am Montag mit 9:6 Stimmen ab. Und das, obwohl man es den Hauseigentümern eigentlich freistellen wollte, ob sie auf einen Stellplatz verzichten oder zwei haben wollten. Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis fiel ein Vorschlag von Florian Pflügler (ÖDP) durch, dem eine Ablöse für den zweiten Stellplatz vorschwebte. Damit hätte man dann den öffentlichen Nahverkehr und andere Mobilitätsalternativen fördern sollen.

Allen voran sprach sich Burghard Rübenthal für eine Beibehaltung der allgemein in Neufahrn geltenden Stellplatzsatzung aus. „Eine Sonderregelung“ für das Baugebiet Neufahrn-Ost halte er wegen der Gleichberechtigung für falsch, machte er deutlich. Unterstützung erhielt Rübenthal von Markus Funke (FDP). Der gab zu bedenken, dass doch auch „einmal Besuch kommt“, wofür man eben den zweiten Stellplatz brauche.

Christian Meidinger (Grüne) sah das Scheitern einer geänderten Stellplatzsatzung offenbar kommen. „Schade, dass man nicht den Mut aufbringt, ich bin überzeugt, dass das funktioniert“, stellte er enttäuscht fest. Dabei sei doch klar, „dass die Anzahl der Autos weniger werde“, argumentierte Meidinger.

Bürgermeister Franz Heilmeier zielte auf die freie Wahl ab, die die Häuslebauer hätten. Er befürwortete das Bemühen, das Verkehrsaufkommen in dem neuen Baugebiet möglichst gering zu halten, sprach von einer „Verkehrsglaubensfrage“.

Die strittige Stellplatzsatzung war allerdings nur einer von zehn Punkten der zuletzt noch ausstehenden Bauleitplanung für das neue Wohngebiet. Bebauungsplan und Flächennutzungsplan fanden mehrheitlich Zustimmung.

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