Haushaltsplan 2016 der Gemeinde Allershausen

Sieben Millionen aus der „Spardose“

Allershausen - Im Finanzplan der Gemeinde Allershausen ist in diesem Jahr wirklich alles drin, was die Gemeinderäte für wichtig erachtet haben. Sparkurs? Fehlanzeige. So kommt ein Rekordhaushalt mit einem Gesamtvolumen von 20,5 Millionen Euro zusammen. Bürgermeister Rupert Popp fühlte sich bei der Vorbereitung an das Jahr 2008 erinnert – dem nichts Gutes folgte.

Nein, Allershausens Rathauschef ist eigentlich kein Schwarzmaler. Aber er agiert vorsichtig und versucht, seine Mitstreiter, wenn es gerade besonders gut läuft, auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Es war eine Begebenheit aus dem Jahr 2008, an die sich Rupert Popp erinnerte, als er den Rekordhaushalt für dieses Jahr vorbereitete. „Mir sind meine Notizen zum Haushalt 2008 in die Hände gefallen. Auch da sah es finanziell ziemlich gut aus.“ Und schon damals hatte Popp einen Appell an Bürger und Gemeinderäte gerichtet, sie vor überzogenen Forderungen gewarnt. Das war gut so: Denn 2009 kam ein unvorhergesehener Gewerbesteuereinbruch, über den man sich nur mit den Rücklagen aus guten Zeiten hinwegretten konnte. 

20,5 Millionen Euro: Einen Haushalt mit diesem Volumen hatte die Gemeinde Allershausen nie zuvor (wir haben berichtet). Aber diese immensen Investitionen, die heuer auf der Agenda der Gemeinde stehen, sind nur über eine Rücklagenentnahme zu schultern. Sieben Millionen der Ersparnisse müssen in diesem Jahr „dran glauben“. Details zum Finanzplan wurden auch heuer im Vorfeld in der Finanzausschuss-Sitzung festgezurrt. Schon da wurde der Haushaltsentwurf Seite für Seite drei Stunden lang komplett durchgeackert. Alle Anträge wurden eingearbeitet, so dass es in der Sitzung am Dienstag, als das monumentale Zahlenwerk verabschiedet wurde, ganz fix ging. „Ohne unsere Rücklagen könnten wir den Haushalt in diesem Ausmaß so nicht beschließen“, sagte Popp – ein Appell, sofort wieder Rücklagen zu bilden. Für eventuell folgende schlechte Zeiten. Auch wenn die momentan nicht in Sicht sind. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das Haushaltsvolumen um 19,05 Prozent angestiegen. Der größte „Brocken“ auf der „To-do-Liste“ ist die neue Ortsmitte, die, wie berichtet, eigentlich schon im vergangenen Jahr über die Bühne gehen sollte. Nun müssen diese 1,5 Millionen heuer investiert werden. Desweiteren ist Geld für folgende Maßnahmen eingestellt: Straßenausbau und -erneuerung im Finkenweg (Restabwicklung), neues Versorgungsfahrzeug für die FFW Allershausen, DSL-Ausbau, Sanierung und Neugestaltung Schulhof (Restabwicklung), Sanierung der Flachdächer an der Schule sowie Brandschutzmaßnahmen, Bebauungspläne, Grunderwerb für Baugebiete, Grunderwerb Seestraße (Erschließung und Sanierung Mülldeponie), Photovoltaikanlagen Schule und Kläranlage, Straßeninstandsetzungen, Außenanstrich Bauhof, Kulturtreff und Kinderhaus, Radweg Aiterbach-Schernbuch, Radweg über die A 9, Sanierung der Sportanlagen, Austausch des Wohncontainers für Obdachlose am Bauhof, Senioren-Spielplatz, Glonnsteg Reckmühle, ein sechster Mann für den Bauhof, Beschilderung der Ortseingänge und einiges mehr.

Ein Antrag des Arbeitskreises Kultur wurde in der Finanzausschuss-Sitzung noch eingearbeitet: Ein Eisplatz, der im nächsten Winter auf dem Festplatz aufgebaut werden soll. Anschaffungskosten: 17 000 Euro, Betriebskosten: 10 000 Euro. 130 Seiten umfasst der Haushaltsplan 2016. Popp verwies in der Sitzung besonders auf die Seite 69, seiner Ansicht nach „die wichtigste“. Im Einzelplan 9 „Allgemeine Finanzwirtschaft“ finden sich auf der Einnahmenseite Positionen wie Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen (44 200 Euro), Grundsteuer B, bebaute Grundstücke (527 000 Euro), Gewerbesteuer (2,7 Millionen), Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (3,6 Millionen Euro) und Hundesteuer (6000 Euro).

Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt in Höhe von 1,1 Millionen bezeichnete Popp als „starkes Ergebnis“. Dass Allershausen seit Jahren schuldenfrei ist, scheint mittlerweile selbstverständlich zu sein: Es war das erste Jahr, in dem Popp nicht darauf hinwies. Bevor der Haushalt einstimmig auf den Weg geschickt wurde, beteuerte der Bürgermeister aber noch, dass diese Beträge lediglich die Mittelbereitstellung der einzelnen Projekte sind, die aber trotzdem erst im Gemeinderat beschlossen werden müssen, ehe sie realisiert werden können. Für alle interessierten Bürger liegt das Zahlenwerk, nachdem das Landratsamt es abgesegnet hat, im Rathaus zur Einsicht aus. Lob und ein riesiges Dankeschön gab es am Ende nicht nur für die Gemeinderäte, sondern vor allem für Kämmerer Manfred Bosch und Geschäftsleiter Johann Vachal, die zusammen mit Popp für das Zahlenwerk verantwortlich zeichnen. Bosch zudem für die Gemeinde Paunzhausen, den Schulverband und die Verwaltungsgemeinschaft.

Andrea Schillinger

Rubriklistenbild: © dpa

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