Bürgermeister Anton Geier liegt besonders die Sicherheit der Festival-Bescuher am Herzen.

"Havana Nights": Hohe Sicherheitsanforderungen und begrenzte Teilnehmerzahl

Haag - Heiß diskutiert wurde am Dienstagabend im Haager Gemeinderat die vom VfR geplante „Havana Nights". Zum siebten Mal soll die in diesem jahr über die Bühne gehen. Die Umsetzung ist heuer allerdings schwerer als die vorhergehenden Jahre.

Rund 55 interessierte Jugendliche verfolgten die Beratungen über das Festival, das am 1. und 2. Juli steigen soll.

Grund für die hitzige Debatte war eine komplett neue Ausgangssituation bei den Organisatoren. Hintergrund: Bisher hatte der Sportverein die „Havana Nights“ veranstaltet. Doch weil das Publikum in den vergangenen Jahren immer mehr angestiegen war, „kann der Verein das nicht mehr machen“, wie Bürgermeister Anton Geier mitteilte. Deshalb hat das Organisations-Team die „Klangfeld GmbH“ gegründet. „Diese ist jetzt der Veranstalter und rechtlich unabhängig vom VfR.“ Allerdings: „Damit ändert sich auch die Grundlage für die Verwaltung, denn jetzt ist nicht mehr ein Verein der Veranstalter“, erklärte Geier auf FT-Nachfrage. Besonders die Sicherheit der Besucher liegt dem Rathauschef am Herzen - gerade nach dem Unglück bei der Love-Parade im vergangenen Jahr. „Es muss klar sein, dass die Gemeinde die Rahmenbedingungen für das Fest vorgibt und nicht der Veranstalter“, sagte Geier. „Es war mir wichtig, dass im Gremium zu diskutieren und anschließend einen Beschluss zu fassen.“

Rund zehn bis 15 Seiten wird der Bescheid umfassen, den die „Klangfeld GmbH“ demnächst von der Verwaltung zugeschickt bekommt. Anregungen dafür hat man sich laut Geier aus Freising, Eching und Moosburg geholt, dort finden schließlich regelmäßig und erfolgreich diverse Festivals statt. In dem Auflagenkatalog der Haager Verwaltung ist unter anderem geregelt, dass die maximale Besucherzahl auf 6000 pro Tag begrenzt ist. Weiterhin muss der Veranstalter 10 000 Euro Sicherheitsleistung bei der Gemeinde hinterlegen und die Betriebszeiten - etwa für Ausschank und Musik - genau einhalten. Außerdem wird es keine Campinggelegenheit für die Besucher geben. „Einen entsprechenden Hinweis auf der Homepage muss der Veranstalter entfernen“, drängt Geier.

Die Meinungen zum Festival gingen bei den Gemeindräten unterdessen weit auseinander: Die Veranstaltung werde von der Bevölkerung besonders wegen des nächtlichen Lärms als belastend empfunden, meinte etwa Peter Fischer. Era wäre froh, wenn die Mammutveranstaltung heuer das letzte Mal stattfinden würde. Gerhard Brunner und Alois Thole wollten die „Vorverurteilung“ ihres Kollegen nicht gelten lassen. Das Fest sei auch in der Vergangenheit nicht verkehrt gewesen. Leni Stimmelmayr sprach gar von einer Bereicherung für den Ort. Und Hans Sellmaier plädierte dafür, das Fest auch für unter 18-Jährige zu öffnen. Elisabeth Maier gab zu bedenken, dass sich viele junge Leute für das Fest bereits engagiert hätten. Zwei Nächte schlechter schlafen könne die Bevölkerung in Kauf nehmen. Es sei wichtig, einen vernünftigen Beschluss anzustreben, den der Bürgermeister unterschreiben könne. Das enorme Wachstum des Festivals passe nicht in die Örtlichkeit, so Hans Schindlbeck. Berufschullehrer Helmut Maier sprach von einem Generationenkonflikt. Seine Schüler seien begeistert von dem Festival, das ein positives Image auf Haag werfe. Armin Weigslberger riet den Lärmgeschädigten zu einem Kurzurlaub außerhalb von Haag.

Und der Rathauschef stellte schließlich klar: „Ich habe nichts gegen die Feier. Im Gegenteil: Ich bewundere, was die Organisatoren dort auf die Beine stellen.“ Aber er stellte auch klar, dass die Veranstaltung nicht stattfinden werde, sollten die Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden. Das Gremium gab schließlich seine Zustimmung zum Festival - nur Peter Fischer und Gerhard Brunner stimmten dagegen.

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