Sektempfang, Musik und viele schöne Worte: Nach der Festrede von Vereinschef Josef Riemensberger gab es im HeideHaus für die geladenen Gäste als besondere Delikatesse Bio- und Heidelamm vom örtlichen Schäfer. Foto: Wilms

Heideflächenverein feiert seinen 25. Geburtstag

Landkreis-Süd - Die Zeiten und die Landschaften ändern sich. Dieser Fakt wurde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Heideflächenvereins Münchener Norden den Gästen des Festakts im Fröttmaninger Heidehaus deutlich vor Augen geführt.

Welcher Anteil dem interkommunalen Bündnis der acht beteiligten Gemeinden, Städte und Landkreise gebürt, dass aus der „Schmuddelecke Münchner Norden“ einer der attraktivsten Siedlungsräume in der Bundesrepublik „mit faszinierenden Landschaften“ (Regierungsvizepräsidentin Maria Els) geworden ist, kam bei den Lobreden und Festansprachen mehrfach zum Ausdruck. Nachzulesen ist die Erfolgsgeschichte auch in der Jubiläumsbroschüre, die die langjährige Geschäftsführerin Christine Joas verfasst hat.

In ihrem Grußwort kam Els zum abschließenden Fazit, dass in einem Vierteljahrhundert „viel Positives bewirkt“ worden sei. Als amtierender Vorsitzender des Heideflächenvereins stellte Echings Bürgermeister Josef Riemensberger in Anwesenheit und Würdigung seiner drei Vorgänger Joachim Enßlin, Rolf Lösch und Rolf Zeitler den langfristigen und nachhaltigen Charakter des landschaftsplanerischen Großprojektes heraus. Es sei geschaffen „für Jahrhunderte“, ja „für die Ewigkeit“.

Für das bisher Erreichte gab es von vielen Seiten Anerkennung - einen besonders kurzen Kommentar von Kultusminister Ludwig Spaenle, der sich auf ein „Ich gratuliere herzlich“ beschränkte. Mit Humor und einer Fantasiereise formulierte Christoph Goppel vom Bayerischen Umweltministerium seine Würdigung aus den Anfangsbuchstaben von Heide: H wie Heimat, E wie Engagement, I wie Identität aber auch Ideen und Impulse, D wie Dank und E wie Ehrenamt.

An einzelnen Beispielen wurde vor Augen geführt, was sich in einem Vierteljahrhundert getan hat. So wusste Münchens Bürgermeister Joseph Schmid, seit 2014 Vorstandsmitglied, zu berichten, dass er noch 1990, dem Geburtsjahr des Heideflächenvereins, bei der Bundeswehr „über die Panzerwiese gerobbt“ sei. Auch Annette Gansmüller-Maluche, stellvertretende Landrätin des Kreises München, ließ ihre Reminiszenzen aus den Gründertagen Revue passieren. Seither ist das Projektgebiet des Heideflächenvereins „schubweise“, etwa durch den Beitritt der Landeshauptstadt München und den Ankauf der 334 Hektar großen Fröttmaninger Heide (2007) auf knapp 13 000 ha angewachsen. Es erstreckt sich im Norden von der Echinger Lohe und Garchinger Heide, über das Mallertshofer Holz bis zur Fröttmaninger Heide, Panzerwiese und Hartelholz auf Münchner Stadtgebiet.

Weitere Meilensteine der jüngeren Zeit stellten unter anderem der Bau des HeideHauses (2011) und dessen Anerkennung als Umweltbildungsstätte sowie die Umwidmung des vormaligen Militärgeländes Mallertshofer Holzes zum „Nationalen Kulturerbe“ (2013) dar. Innerhalb eines konzeptionellen Gesamtrahmens werden einzigartige Naturschutzgebiete von internationalem Rang mit einer schützenswerten Flora und Fauna und eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Erlebnis- und Freizeitmöglichkeiten, aber auch landwirtschaftliche Nutzung entwickelt. Dies geschieht mit Unterstützung eines Fachbeirates und wurde jüngst von einem Bürgerdialogverfahren flankiert - ein weites Feld, durchaus auch für Interessenkonflikte, wie aktuelle Diskussionen zur Naturschutzverordnung belegen.

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