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Engagiertes Publikum: Mehr als 400 Mitglieder der Kirchenvorstände der zehn evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk Freising waren zum Empfang in den „Asam“ gekommen.

Festlich-fröhlicher Empfang im Asamsaal  

Dekanat läutet das Luther-Jubiläumsjahr ein

Freising – Mehr als 400 Mitglieder der Kirchenvorstände aus den zehn evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden des Dekanatsbezirks Freising haben am Freitagabend bei einem festlichen Empfang im Freisinger Asamsaal das Reformationsjahr eröffnet. Zum Thema „Von der Freiheit eines Christenmenschen – welche Reformationen braucht Deutschland heute?“ referierte der Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Wie nah die großen Kirchen im 500. Reformationsjubiläumsjahr theologisch beieinander stehen, wurde schon vor dem offiziellen Beginn deutlich. Weihbischof Bernhard Haßlberger war unter den ersten Gästen, die im Asamfoyer empfangen wurden. Und auch OB Tobias Eschenbacher betonte in seinem Grußwort, dass in Freising die ökumenische Gemeinsamkeit „hervorragend“ funktioniere.

Prominenter Redner: Die Freiheit des Christenmenschen war das Thema von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Dass das Reformationsjubiläum eigentlich als ein „Christusfest“ gefeiert werden müsse – das war es, was Bedford-Strohm in seinem Festvortrag voranstellte. Die Reformatoren hätten vor 500 Jahren keine neue Kirche gründen, sondern auf Christus hinweisen wollen. „Die Freiheit eines Christenmenschen“ sei Thema beider Konfessionen. „Ubi spiritus domini, ibi libertas“, wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit: Dieser Spruch aus einem Brief des Apostels Paulus an die Korinther begleite ihn durch die Zeit als Landesbischof. Aber auch Reinhard Marx habe diesen zu seinem Bischofsmotto gewählt.

Freiheit sei ein zentrales Thema der Reformation. Dies sei bei den Gläubigen angekommen. „Wer Mitglied einer Konfession ist, der ist das heute bewusster als vor 50 Jahren“, sagte Bedford-Strohm. So sein zu dürfen, wie man ist, das habe Luther vor 500 Jahren erkannt. Eine innere Freiheit entstehe, wenn man fähig sei, Empathie zu zeigen.

Zum Mitfühlen lud auch der Beitrag der jungen Poetin und Poetry-Slam-Künstlerin Fee Brembeck ein. Laut, klar und durchdringend sprach sie in kraftvollen Wortbildern, wie es ist, wenn sie auf Partys von ihrem Theologiestudium erzähle. Mit bühnenwirksamem Sinn für Humor und ansteckendem Lachen schilderte sie, dass dies einem „Outing gleicht, eine Nacht mit Sigmar Gabriel verbringen zu dürfen“. Mit einem Theaterstück über Luthers Mitstreiter, Philipp Melanchthon, bereicherte die Theatergruppe um Pfarrerin Barbara Hofmann den Abend. Dekanatsjugenddiakonin Angela Senftl hatte eine mitreißende Jonglage einstudiert. Und ganz zum Schluss wurden die Lachmuskeln der Gäste noch einmal arg strapaziert: Dekanatsjugendreferentin Kati Jindrich und Angela Senftl präsentierten ein Medley aus 38 Kirchenliedern.

Maria Martin

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