Harmonie-Vorstand ohne Schriftführer: (v. l.) Notenwart Wolfram Klose, Stellvertreter Franz Wittmann, Schatzmeister Klaus Peter Käsemann, Erster Vorsitzender Gerhard Sonntag und Bürgermeister Josef Riemensberger. Foto: Wilms

Herausforderungen für die Harmonie

Eching - Als „ernst, aber nicht hoffnungslos“ bezeichnete der alte und neue Vorsitzende Gerhard Sonntag den Status quo beim 88 Mitglieder starken Männergesangsverein Harmonie, der 2018 95 Jahre alt wird. Im vergangenen Geschäftsjahr galt es einige Turbulenzen zu überstehen. Und auch die nahe Zukunft hält angesichts sinkender Zahlen der aktiven Chormitglieder, Fragezeichen auf dem Dirigentenposten und beim vakant gebliebenen Amt des Schriftführers einige Herausforderungen bereit.

Bei der Jahreshauptversammlung waren, sehr zur Freude und Erleichterung der 36 wahlberechtigten Mitglieder, Sonntag, 71 Jahre, und Stellvertreter Franz Wittmann, 80 Jahre, zur Wiederwahl bereit. Dafür wurden sie bei der von Bürgermeister Josef Riemensberger durchgeführten Neuwahl mit einstimmigem Votum und viel Applaus belohnt. Ebenso für die nächsten zwei Jahre im Amt bestätigt wurde Schatzmeister Klaus Peter Käsemann.

Schwierig gestaltete sich dagegen die Neubesetzung der vakanten Posten von Schriftführer und Notenwart, nachdem sich die bisherigen Amtsinhaber Herbert Gruber und Gerhard Trat aus dem Vorstand verabschiedet hatten. Ihrem langjährigen Engagement galt ein herzlicher Dank. Nach einigem Zureden und Werben konnte in Wolfram Klose immerhin ein neuer Notenwart gefunden werden, der sich weitere Unterstützung ausbedungen hat. Ergebnislos verlief die Suche nach einem Schriftführer, so dass auf Vorschlag von Riemensberger der geschäftsführende Vorstand nach Beschluss der Mitgliederversammlung bevollmächtigt wurde, das Amt noch im Nachgang zu besetzen: „Wir finden jemanden“, ist sich Sonntag sicher.

Nach getaner Arbeit lobte Echings Gemeindeoberhaupt die Harmonie als aktiven Kulturträger, der mit einer großen Portion Idealismus das Gemeindeleben bereichere. Davon legte auch Sonntag in seinem Jahresrückblick ein beredtes Zeugnis ab. „Da haben wir einiges auf die Beine gestellt“, fasste er die vielfältigen Aktivitäten zusammen, mit einem öffentlichen Auftritten bei der Frühjahrsschau beispielsweise, mit Singen an der Theresienkapelle, Herbst- und den beiden Adventskonzerten und erstmals einem Auftritt bei der Weihnachtsfeier des Frauenbundes.

Nachdem die etatmäßige Chorleiterin Rebekka Rehbach wegen ihres Referendariats in Icking sich vorübergehend nicht in der Lage sieht, Dirigat und Chorproben regelmäßig aufrechtzuerhalten, wurde nach Vertretung gesucht und zwischenzeitlich zunächst im Günzenhauser Klaus Linkel gefunden. Krankheitsbedingt fiel dieser leider bald wieder aus. Aushilfsweise aber zeitlich begrenzt und übergangsweise stellte sich sodann Albert Neuhauser aus Garching zur Verfügung. Glücklicherweise erwies sich dann eine von Sonntag aufgegebene Anzeige im Internet als erfolgreich: mit Jürgen Freiheit aus der Nähe von Altötting wird, zumindest bis zum Palmsonntags-Singen, die Chorarbeit fortgesetzt.

Eine ganz zentrale Herausforderung des Traditionsvereins bleibt das Dauerthema „Nachwuchs“. Insgesamt haben fünf Chorsänger vom aktiven in den passiven Stand gewechselt. Trotz des Zugangs zweier jüngerer Sänger verfügt die Harmonie nur noch über 22 Stimmen. Bei der Werbung setzt Sonntag auch auf das Internet und hat bereits einen Aufruf gestartet.

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