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Die Walterskirchener feierten ihr Dorf: 1200 Jahre ist es alt, der Zusammenhalt wird seit jeher groß geschrieben. In einer kleinen Chronik, die zum Geburtstag herausgegeben wurde, hat die Dorfgemeinschaft die Geschichte Walterskirchens ganz genau unter die Lupe genommen.

1200 Jahre Walterskirchen

Hier ist die Geschichte lebendig

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Wer kennt es nicht, das Dorf Uualdkeri Ecclesia, wie es in der ersten urkundlichen Erwähnung von 817 genannt wird? 1200 Jahre später konnte man deshalb Geburtstag feiern – Geburtstag in Walterskirchen, wie das kleine Dorf in der Gemeinde Paunzhausen heute heißt.

Walterskirchen– Wie das eben so ist mit den Namen: Erst heißt es Uualdkeri Ecclesia, mal heißt es dann Walcerskirchen oder auch Walcherschirchen. Erst seit 1894 heißt der Ort an der Autobahn A 9 so, wie er heute heißt: Walterskirchen. 1200 Jahre sind seit der ersten urkundlichen Erwähnung also vergangen, jetzt hat die Dorfgemeinschaft ein großes Fest gefeiert: Mit einem Heimatabend im Festzelt mit der Amperspitz-Musi, mit einem Gottesdienst und einem Dorffest – alles organisiert von der Dorfgemeinschaft Walterskirchen mit ihrem Vorsitzenden Johannes Bauer.

Wer ein solches Jubiläum feiern kann, der gräbt sich tief in die Geschichte ein. Die Walterskirchener haben sogar eine kleine Fest- und Jubiläumsschrift herausgebracht, in der sie nicht nur die Entwicklung von Walterskirchen (und Angerhöfe) nachzeichnen, von der Hauptmannschaft Walterskirchen im Mittelalter berichten und Episoden aus dem Dorfleben von Walterskirchen schildern. Nein, auch auf die Historie der Gastwirtschaft, der Dorfgemeinschaft und selbstverständlich der Kirche gehen sie ein. Denn Wirt und Kirche – das sind zwei traditionelle und wichtige Institutionen, die in Walterskirchen wirklich noch gelebt werden.

Allein die Historie der Kirche und ihrer Zugehörigkeit – 1190 zusammen mit der Pfarrei Allershausen dem Kloster Neustift zugehörig, 1315 bei der Pfarrei Hohenkammer, ab 1524 wieder bei Neustift, 1886 dann von Allershausen nach Paunzhausen zugeordnet – zeigt, wie wechselvoll die Geschichte der Ortschaft war.

Die heutige Kirche Heilige Dreifaltigkeit ist ein Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert nur geringfügig umgestaltet wurde. Die hölzerne Flachdecke des Langhauses wurde im 20. Jahrhundert erneuert, die Fenster sind gotisch, der Hochaltar ist neugotisch. Zwischen 1997 und 1999 wurde das Gotteshaus außen renoviert, von 2010 bis 2013 folgte die komplette Innenrenovierung der Kirche samt Restauration der Altäre und Figuren. Ohne Spenden und ohne die Dorfgemeinschaft Walterskirchen wäre dieses Werk ebenso wenig möglich gewesen wie die Ausrichtung der 1200-Jahr-Feier.

Damit man am 1250. oder 1300. Geburtstag von Walterskirchen weiß, wie das war 50 oder 100 Jahre früher, haben auch wichtige Daten Eingang in die kleine, aber feine Jubiläumsschrift gefunden: 118 Einwohner zählt man in Walterskirchen, davon 63 weiblich. 33 Hausnummern hat das Dorf, das Gasthaus heißt Franz Bauer, die Kirche Heilige Dreifaltigkeit. Der älteste Bürger ist Anton Bauer (78), die älteste Bürgerin heißt Maria Scherer (91).

Und dann gibt es da noch eine Legende und ein kleines Bauwerk, das fast schon symbolisch für die Geschichte und das Leben im kleinen Ort Walterskirchen steht: der Bildstock auf dem Weg nach Riedhof. Im Jahr 1907, so erzählt man sich 110 Jahre später, sei der Knecht des Wirtshofs am Heiligen Abend mit dem Pferdefuhrwerk zu Holzarbeiten in den Wald gefahren. Zurückgekommen sei nur das Pferdefuhrwerk, der tödlich verunglückte Knecht blieb im Wald zurück. Daraufhin habe das Ehepaar Forster, das damals den Wirtshof betrieb, einen Bildstock aufstellen lassen. 100 Jahre später hatte der Zahn der Zeit an dem Bildstock genagt. Es war die Dorfgemeinschaft, die das Fundament erneuerte und das kleine Denkmal 1907 wieder zum Schmuckstück machte.

Walterskirchen – ein Ort, in dem auch 1200 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung die Historie gelebt wird, wo die Dorfgemeinschaft zusammenhält und lebendig ist.

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