Ein Dankeschön: Mit einem Bild und einer Urkunde haben sich die Thalhausener Sternsinger bei Hilde und Siegfried Huber für deren Engagement bedankt. Foto: lehmann

Hilde und Siegfreid Huber betreuen seit 35 Jahren die Sternsinger in Thalhausen

Thalhausen - Wenn am 6. Januar wieder die Sternsinger von Haustür zu Haustür ziehen, schicken auch Hilde und Siegfried Huber drei Gruppen auf den Weg. Das Ehepaar betreut seit mehr als 35 Jahren die Sternsingeraktion in Thalhausen. Ans Aufhören denken beide noch lange nicht.

13 Mädchen und Buben haben sich eine Woche vor dem Dreikönigstag in der Küche von Hilde und Siegfried Huber versammelt. Die Teenager werden am 6. Januar als Sternsinger in Thalhausen von Tür zu Tür ziehen und die Segenswünsche überbringen. An dem kalten Dezembernachmittag steht aber ersteinmal die Sprech- und Gesangsprobe auf dem Programm - ein fester Termin im Kalender des Ehepaars aus Thalhausen. Denn: Seit mehr als 35 Jahren organisieren sie die Sternsingeraktion, und sie machen es mit großer Begeisterung.

Angefangen haben sie im Jahr 1977. „Bis dahin hat unser Nachbar die Mädchen und Buben betreut“, erzählt Hilde Huber. Als dessen Frau erkrankte, hat das Ehepaar spontan die Aufgabe übernommen. Dazu gehört die Vorbereitung des Tages und die Betreuung der Kinder. Übernehmen konnte es auch den kompletten Kleiderfundus, und der war umfangreich. Der Nachbar war Schneider und hat über die Jahre vieles selbst genäht. „Meine Nähkenntnisse haben nur für den Hausgebrauch gereicht, deshalb hat mein Vorgänger auch weiterhin ausgeholfen“, sagt die 67-Jährige schmunzelnd. Über die Jahre ist der Fundus aber noch weiter gewachsen: Aus der Thalhauser Schlosskirche habe man Unterhemden und Röcke bekommen, die dort nicht mehr gebraucht wurden. „Die habe ich ein bisschen aufgefrischt und gebügelt, und perfekt waren sie.“ Und: „Tücher und Turbane haben wir aus dem Türkeiurlaub mitgebracht.“ Heute ist alles in einem großen Karton verstaut, aus dem sich die Kinder bedienen können. Doch nicht nur bei der Kleidung haben die Hubers selbst Hand angelegt, auch den gelben Stern haben sie selbst gefertigt, für Siegfried Huber kein Problem, denn er ist Schreiner. Die Kronen haben die Kinder über die Jahre gebastelt. Wer was am Dreikönigstag tragen darf, wird zwei bis drei Tage vorher entschieden, wenn die Kinder erneut bei Hilde und Siegfried Huber zusammenkommen. Dann werden auch die Gruppen aufgeteilt. Und das sei meist das schwierigste überhaupt. „Nicht jeder kommt gut mit jedem aus“, weiß Hilde Huber aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. „Und auch gesanglich muss es passen“, fügt ihr Mann hinzu. Und noch eine Personalie ist nicht ganz leicht zu vergeben: Wer spielt den dunkelhäutigen König Melchior? „Derjenige muss ja mit dunkler Theaterfarbe angemalt werden. Und die am Abend wieder runterzubekommen, ist auch nicht ganz einfach“, so Hilde Huber. Doch am Ende einigen sich die Mädchen und Buben immer, erzählt das Ehepaar, und so können die Gruppen am 6. Januar pünktlich um 12 Uhr starten.

Obwohl Thalhausen stetig wächst, erreiche man alle 220 Haushalte an einem Tag: Bis 18 Uhr sind die jungen Leute meist unterwegs, in drei Gruppen zu je vier Personen. Vor Ort singen sie alle drei Strophen des Sternsingerlieds. Auch Tiere im Stall werden gesegnet, und an jede Tür, auch wenn sie einmal verschlossen bleibt, schreiben sie die Abkürzung „C+M+B“.

Für den „Nachschub“ ist Siegfried Huber zuständig, wie er berichtet. Kreide und Weihrauch habe er dabei und eine große Klappbox für die Naturalien. „Da kommt immer einiges an Plätzchen und Schokolade zusammen.“ Und auch das gesammelte Geld können die Sänger bei ihm abgeben - immerhin rund 1300 Euro im Schnitt. Genügend Kinder zu finden, die bei den Sternsingern mitmachen wollen, sei übrigens nie ein Problem gewesen, erzählt das Ehepaar. Einmal habe man in Kranzberg aushelfen müssen, weil es genügend Sänger gab. Und: „Auch ernsthaft krank ist nie jemand geworden.“

Der 6. Januar endet traditionell in der Küche des Ehepaars: bei Würstchen und warmen Getränken. Und Hilde und Siegfried Huber sind sich sicher: „Solange die Gesundheit es erlaubt, machen wir weiter.“

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