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Die himmlischen Heerscharen lieferten die Muster

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Mit viel Fingerspitzengefühl fertigt Winfried Goerge seit über 30 Jahren seltenste Musikinstrumente. foto: martin
Mit viel Fingerspitzengefühl fertigt Winfried Goerge seit über 30 Jahren seltenste Musikinstrumente. foto: martin

Freising - Er ist weltweit bekannt: Winfried Goerge baut sei 30 Jahren historische Instrumente i in seiner Freisinger Werkstatt.

Wie schön sich Musikinstrumente des ausgehenden Mittelalters anhören, das konnten die Freisinger vor kurzem bei einem Konzert der Berliner Formation „Commedia Nova“ in der Johanniskirche am Domberg genießen (wir berichteten). Die Musik der bekannten Mystikerin des Mittelalters, Hildegard von Bingen wurde interpretiert und das auf Instrumenten , die in der Werkstatt des Freisinger Musikinstrumentenbauers Winfried Goerge gefertigt wurden.

von maria martin

Freising - Seit 30 Jahren unterhält Goerge dieses Kleinod an der Ziegelgasse, in dem er mit viel Fingerspitzengefühl Musikinstrumente des ausgehenden Mittelalters anfertigt. Psalterium, Portativ, Fidel und Harfe. Gar himmlisch klingen die Namen dieser seltenen Klangkörper. Und vom Himmel sollten sie wohl auch künden, als sie Maler und Künstler in der Ikonographie des Mittelalters fest gehalten haben. Genau von solchen bildlichen Darstellungen ließ sich Winfried Goerge anregen, als seine Brüder Josef und Rudi in den 70er Jahren den „Kleinen Kreis Freising“ gründeten und Instrumente für „Alte“ Musik suchten. „Von Museum zu Museum“ und „von Kirche zu Kirche“ sei er gelaufen, um sich Informationen zu holen, mit welchen Instrumenten die „Engel ausgestattet“ waren, die von Altären und Deckengemälden die Frohbotschaft der Christen verkünden. So ist es zum einen den „himmlischen Heerscharen“ zu verdanken, dass es heute wieder Rekonstruktionen dieser Instrumente gibt, zum anderen natürlich auch der Ernsthaftigkeit und Hartnäckigkeit, mit der Winfried Goerge seine Leidenschaft vorantrieb. „Baupläne gab es nicht“, schmunzelt der 75-Jährige. Den ersten „Protoyp“ einer kleinen Orgel, ein „Vorläufer“ quasi seiner später in alle Welt gelieferten Instrumente, habe er auf dem „Küchentisch“ gebaut, erinnert sich Goerge . Nachdem sein Jugendwunsch, Architektur zu studieren, nicht erfüllt werden konnte, habe er den Beruf des Zimmerers ergriffen.

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