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Die Frauen fürs Kreative, die Männer fürs Funktionale: Die Rollenverteilung in Giggenhausen scheint auch heuer gut zu funktionieren. Der Faschingswagen nähert sich der Fertigstellung.

Hoch auf dem Giggenhauser Faschingswagen

Giggenhausen – Die Ideen gehen ihnen nicht aus, der Spaß an der Freude auch nicht: Die Rede ist von den Akteuren des Projekts „Faschingswagen“ in Giggenhausen, das heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert. Und da gibt es natürlich nichts Besseres, als einen ganz besonders spektakulären Jubiläums-Faschingswagen durch die Lande rollen zu lassen.

Ein ganzes Jahrzehnt ist es mittlerweile her, dass in Reihen der Maibaumfreunde die Idee aufgekommen ist, neben dem Aufstellen des Traditionsstangerls und dem Theaterspielen etwas Neues auf die Beine beziehungsweise Räder zu stellen. Und so haben Hannes Polz und Michael Oberprieler den Giggenhauser Faschingswagenbau ins Leben gerufen. Andreas Lachner als Bulldogfahrer vergangener Jahre und in der Nachfolge Familie Flörs haben wesentlich zum Fortbestand – und zur Fortbewegung – beigetragen. Gleiches gilt für die Familie Pflügler, die auf ihrem Anwesen eine Scheune als „Wagenbauhalle“ zur Verfügung stellt.

Über die Jahre hat sich ein großer Freundeskreis und Zusammenhalt gebildet. Nicht zuletzt auch deshalb, weil immer wieder neue Faschingsfans aus umliegenden Ortschaften dazugestoßen sind. Und natürlich haben die Wagenbauer auch immer wieder den Anspruch, etwas besonders Originelles abzuliefern. Unvergessen sind Vampir-, Schlümpfe- oder auch das König-der-Löwen-Szenario der vergangenen Jahre – wobei speziell letzteres durch seine ausgeklügelten Beleuchtungs- und Lichteffekte besonders auch im Dunkeln zu begeistern vermochte.

Wie schön, wenn in Giggenhausen bei den Mitwirkenden und Helfern die närrische Begeisterung ungebrochen ist und das Teamwork – von der Planung übers Handwerkliche und Technische bis zum Künstlerischen – klappt. Ebenso die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Nicht nur, aber doch weitgehend „rollenspezifisch“: So sind die Kerle mehr fürs Funktionale, und die Ladies mehr fürs Kreative zuständig.

Das logistische und organisatorische Mammutprojekt hat Stephan Hierhager als Hauptorganisator mit ersten Maßnahmen bereits im November gestartet. Seit sechs Wochen legen mehr als zwei Dutzend Faschingswagenfreunde in jeder freien Minute Hand an: Es wird gehämmert, gebohrt, gesägt, gehobelt, gestrichen und getackert. Je näher der unausweichliche Fertigstellungstermin heranrückt, desto zuverlässiger stellt sich ein Zeitfresser-Phänomen ein: Kurz vor knapp scheinen die Stunden nur so dahinzuschmelzen. Das bedeutet: Neben den Wochenend- und Abendterminen muss noch die eine oder andere nächtliche Sonderschicht gefahren werden.

Auch heuer wird an den närrischen Tagen eine bis zu 80 Mann und Frau starke Besetzung per pedes oder „hoch auf dem Faschingswagen“ mit einem beweglichen Faschingsmotto unterwegs sein. Das Giggenhauser Gespann greift als Jubiläums-Motiv einen Kinderbuch-Klassiker auf, in dem eine Lokomotive und ein Drachen eine wichtige Hauptrolle spielen. Mehr soll hier aber nicht verraten werden.

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