Das Heinrich-Schütz-Ensemble, Solisten und Barock-Musiker boten eine aufwühlende Johannes-Passion. Foto: Gleixner

Hochgenuss mit historischen Instrumenten

Freising - Der Freisinger Mariendom war bis auf den letzten Platz gefüllt. Denn diesen Bach wollten sich viele nicht entgehen lassen: Bach und seine „Johannespassion".

Von Andreas Beschorner

Das Heinrich-Schütz-Ensemble unter Leitung von Zoltán Ambrus hatte sich das dramatische Werk ausgesucht, hatte für eine authentische Aufführungspraxis das Barock Orchester Salzburg engagiert und außerdem sechs exquisite Solisten gewonnen, von denen einer allerdings an jenem Sonntagabend krank war. Das laute, dreimalige „Herr“ des Chores eröffnete also die Darbietung der „Johannespassion“, nahm das Publikum sofort mit hinein in die immer wieder anrührende Passionsgeschichte.

Denn: „Gaffer, die sich am Leid anderer ergötzen - die Johannespassion lässt das nicht zu“, hatte Domrektor Monsignore Rainer Boeck vor Beginn der Aufführung gesagt. Anders als bei anderen Passionen schreibt Bachs Komposition dem Chor eine wichtige und tragende Rolle zu. Und das Heinrich-Schütz-Ensemble war den Herausforderungen, die das hochdramtsiche Werk stellt, jederzeit gewachsen - ob das der kraftvolle Auftakt, kurze Einsätze als Volk oder liebliche und anrührende Passagen waren.

Dass die „Johannespassion“ am Sonntag annähernd so erklang wie wohl bei der Uraufführung 1724, dafür sorgte zu das Barock Orchester Salzburg. Denn das unter Leitung von Gründer Jochen Grüner stehende Ensemble spielt auf Originalinstrumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Vor allem dann, wenn einzelne Musiker als Solisten glänzten, wurde den Zuhörern der besondere Klang der historischen Instrumente deutlich.

Und damit zu den Solisten - auch in Bachs „Johannespassion“ von zentraler Wichtigkeit für das Gelingen und Gefallen der Aufführung: Sopranistin Beate Hariades, Countertenor Roland Schneider, der die Alt-Arien übernahm, Tenor Tobias Hunger, der nicht nur den Evangelisten sang, sondern nach der Erkrankung von Martin Kiener auch die Tenorarien übernahm, Bariton Burkhard Mayer und Bassbariton Thomas Lackinger, der die Rolle des Jesus sang - sie alle trugen durch professionelle Leistungen zum Gelingen der Aufführung bei.

Denn das stand am Ende des Konzertes, in dessen Verlauf sich die Dunkelheit allmählich über den Dom senkte, fest: Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ war ein ebenso aufwühlendes wie musikalisch genussvolles Konzertereignis.

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