Beauftragte Firma in der Kritik

Fauxpas beim Breitband-Ausbau: Teile von Hörgertshausen vergessen

Hörgertshausen - „Als wären die Ortsteile von der Karte gerutscht“, fasste Hörgertshausens Bürgermeister den Fehler in Worte, der jetzt beim Breitbandausbau bekannt wurde.

Eigentlich sollte spätestens mit der zweiten Stufe des DSL-Ausbaus die komplette VG Mauern flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sein. Eigentlich... Wenn da nicht der zuständigen Firma Corwese ein peinlicher Fauxpas unterlaufen wäre, der jetzt im Gemeinderat für mächtig Ärger sorgte.

Bürgermeister Michael Hobmaier versuchte in der Sitzung am Mittwoch, die Angelegenheit mit Gelassenheit zu erklären, als ahne er genau, welchen Zorn er damit bei seinen Kollegen hervorrufen würde. „Einzelne Gebiete von Hörgertshausen wurden durch die Firma schlicht und einfach vergessen.“ In den Plänen, die das Unternehmen später an die Telekom weitergeleitet hätte, seien diese Ortsteile nicht aufgeführt gewesen. „Ganz so, als wären sie von der Karte gerutscht“, meinte Hobmaier. Betroffen davon seien laut dem Gemeindeoberhaupt Schlaghäuseln, Reißen, Vorderschlag und Hinterschlag.

Michael Hobmaier bezeichnet die Umstände für die Gemeinde als ärgerlich

Wie der Fehler passieren konnte, darauf hatte der Rathauschef keine Antwort. Das Seefelder Unternehmen war im vergangenen Jahr beauftragt worden, als Berater für die Verwaltungsgemeinschaft zu fungieren und die Gemeinden in allen Phasen der Projektierung, Planung und Umsetzung zu unterstützen. Besonders ärgerlich sei die ganze Geschichte laut Hobmaier, weil die Telekom verständlicherweise nicht einfach nachbessere. „Das dürfen sie nicht machen. Es muss zuerst eine erneute Ausschreibung erfolgen.“

Neuer Auftrag an Firma Corwese vertagt

Und diese kostet noch einmal Geld. Genauer gesagt 2529 Euro. Zwar könne der Betrag im Nachhinein über das Fördergramm verrechnet werden, dafür zeigte das Gremium jedoch kein Verständnis. „Eine Leistung, die in Auftrag gegeben wurde, ist nicht erfolgt“, argumentierte der 2. Bürgermeister Gregor Wild. „Warum sollte die Gemeinde dann noch einmal zahlen?“ Der Rathauschef konnte die Verärgerung seiner Kollegen verstehen, erhob jedoch einen Einwand. „Wir können uns dem Thema jetzt aber auch nicht verwehren und die restlichen Gebiete ausschließen.“

Dies sah das Kollektiv ähnlich: Zwar stimmte der Gemeinderat für die erneute Ausschreibung, jedoch wurden eine Auftragserteilung und die damit verbundene Zahlung an die Firma Corwese zunächst vertagt.

Anna Schledzinski

Rubriklistenbild: © dpa

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