Zusammen den Weg bestreiten: Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden (v. l.) Gerhard Betz, Georg Krojer, Raimunda Menzel und Michael Hobmaier bei einer ersten Besprechung zum Thema Atomendlager.
+
Zusammen den Weg bestreiten: Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden (v. l.) Gerhard Betz, Georg Krojer, Raimunda Menzel und Michael Hobmaier bei einer ersten Besprechung zum Thema Atomendlager.

Gemeinden sind sehr aufmerksam

„Endlager wird politische Entscheidung sein“: Kommunen schließen sich zusammen, um sich für Zukunft zu wappnen

  • vonNico Bauer
    schließen

Sechs Kommunen im nördlichen Kreis Freising kommen als Atommüll-Endlager infrage. Nun haben sich die Gemeinden zusammengeschlossen, um die nächsten Schritte zu überlegen.

Hörgertshausen – Man gerät nicht in große Panik, aber die nordöstlichen Gemeinden des Landkreises Freising sind sehr aufmerksam. Die Kommunen Hörgertshausen, Mauern, Gammelsdorf, Nandlstadt, Au und Rudelzhausen haben sich zusammengetan, weil Flächen dieser Gemeinden auf der Landkarte potenzieller Atom-Endlager markiert sind. 54 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands gelten im allerersten Verfahrensschritt als mögliche Standorte. Die Landkreisgemeinden machen sich bereit, um bei den nächsten Schritten der Endlagersuche aktiv zu werden.

Hörgertshausener Bürgermeister mahnt zur Wachsamkeit

Michael Hobmaier, der Bürgermeister von Hörgertshausen, lud in sein Rathaus zu einer ersten Besprechung ein, bei der man auf die markierten Flächen sah, die laut der aktuellen Karte für die Endlagersuche in Frage kommen. „Direkt durch mein Rathaus geht die Grenze des Machbaren“, sagte Hobmaier. Als besonderes geeignet sieht er die Flächen im Landkreis Freising nicht an, „weil das bei uns hier ein Flickenteppich ist“. Auch geologisch dürfte es in Deutschland besser geeignete Regionen geben. Hobmaier mahnt aber dennoch zur Wachsamkeit, „weil das Endlager am Ende wohl eine politische Entscheidung sein wird“.

Die Bürgermeister der sechs betroffenen Gemeinden stehen nun in Kontakt mit Landrat Helmut Petz und wollen mit ihm gemeinsam Schritte überlegen, sollte die Region im nächsten Verfahrensschritt noch immer im Rennen sein. „Es passt gut, dass Helmut Petz Jurist ist und uns da Ratschläge geben kann“, sagt Michael Hobmaier.

Am Wochenende werden Ergebnisse regionaler Untersuchungen erwartet

Zur ersten Besprechung im Rathaus Hörgertshausen waren die vier Bürgermeister Michael Hobmaier, Georg Krojer (Mauern), Raimunda Menzel (Gammelsdorf) und Gerhard Betz (Nandlstadt) gekommen. Ihre Unterstützung sicherten ebenso die verhinderten Rathauschefs Hans Sailer (Au) und Michael Krumbucher (Rudelzhausen) zu. Bei diesem Treffen der Bürgermeister ging es noch nicht um irgendwelche Entscheidungen oder konkrete Pläne, wie man weiter verfährt. Man ist sich lediglich einig, gemeinsam den Prozess zu begleiten.

Jetzt sind die betroffenen Gemeindevertreter erst einmal gespannt, wenn am kommenden Wochenende genauere Ergebnisse regionaler Untersuchungen für ein Atommüll-Endlager bekannt gegeben werden. Landrat Helmut Petz, Sachgebietsleiter Alexander Gallus und die Bürgermeister haben sich für diese Fachtagung bezüglich eines deutschen Endlagers für hochradioaktive Abfälle angemeldet. Die Chefs der betroffenen Gemeinden haben nun zunächst einmal die Karten studiert und sich über die bisherigen geologischen Erkenntnisse zu ihren Kommunen informiert. In einer gemeinsamen Erklärung machte man deutlich, „dass man frühzeitig seine Meinung äußern sollte, um nicht ins Hintertreffen zu kommen“.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus dem Landkreis Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare