So manche Münze muss zweimal umgedreht werden
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Seit 2011 ist die Gemeinde Hörgertshausen schuldenfrei – und daran ändert auch die Corona-Krise im zweiten Jahr nichts.

Etat kann sich trotzdem sehen lassen

Von 3,45 Millionen auf 710 000 Euro: Hörgertshausens Rücklagen schrumpfen

  • vonNico Bauer
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Die Gemeinde Hörgertshausen wirtschaftet bescheiden. Deshalb bringt der Haushalt 2021 auch keine Probleme mit sich, wie in der jüngsten Ratssitzung klar wurde.

Hörgertshausen - Seit 2011 ist die Gemeinde Hörgertshausen schuldenfrei – und daran ändert auch die Corona-Krise im zweiten Jahr nichts. Auch den Rekord-Etat für das laufende Jahr stemmt man aus eigenen Mitteln, wobei dieses Jahr die Rücklagen fast ganz aufgebraucht werden: Zum Jahresbeginn 2021 hatte die Gemeinde Hörgertshausen rund 3,45 Millionen Euro auf der hohen Kante. Nun sieht die Planung eine Entnahme von 2,74 Millionen Euro vor.

1,5 Millionen gehen direkt in Grundstücke

Dieses Geld wird aber in die Zukunft der Kommune investiert – mit 1,5 Millionen Euro für Grundstückskäufe. Eine Million Euro wird man für die Sanierung der Schulturnhalle in die Hand nehmen. Weitere große Investitionen sind die Straßensanierung Holzmichl (135 000), Umbaumaßnahmen im Gasthaus Soller (119 000), die Digitalisierung der Grundschule (105 000) sowie ein Zuschuss zum neuen Kleinspielfeld des Sportvereins (100 000 Euro).

Das Haushaltsvolumen hat heuer ein neues Rekordniveau erreicht: mit 4,1 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt, 3,81 Millionen im Vermögenshaushalt und dem Gesamtvolumen von 7,91 Millionen Euro. Bei der Gesamtsumme liegt man deutlich über 2020 (6,91 Mio) und 2019 (5,12 Mio).

Umgekehrter Fluss der Finanzen

Corona trifft aber auch die Gemeinde Hörgertshausen –mit einem umgekehrten Finanzfluss. 421 000 Euro müssen vom Vermögenshaushalt umgebucht werden, um den Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können. Kämmerin Sabine Fischer mahnte deshalb an, dass die finanziell stabil aufgestellte Gemeinde in den kommenden Jahren sparsamer wirtschaften müsse.

Bürgermeister Michael Hobmaier ist trotzdem sehr stolz auf die Schuldenfreiheit, die er auch in den kommenden Jahren beibehalten will. Angesichts der Sparsamkeit der kleinen Kommune ist es für ihn unverständlich, dass reiche Gemeinden mit Millioneneinnahmen bei der Gewerbesteuer wegen Corona-Ausfällen Haushaltssperren erlassen.

Gewerbesteuer spielt keine Rolle

In Hörgertshausen spielt die Gewerbesteuer nahezu gar keine Rolle. 2019 hatte man 139 000 Euro im Rechnungsergebnis, und heuer sind nur noch 90 000 Euro angesetzt. Die wichtigste Einnahmequelle sind die 1,24 Millionen Euro, die in puncto Einkommenssteuerbeteiligung angesetzt sind. Wegen der geringen Einnahmen steigt die Schlüsselzuweisung des Freistaats Bayern heuer noch einmal leicht an – auf 563 000 Euro. Bei den Ausgaben macht die Kreisumlage 977 000 Euro aus. Weitere 314 000 Euro werden an die Verwaltungsgemeinschaft Mauern überwiesen.

Neues Rekordniveau bei Personalkosten

Wichtigster Ausgabenbereich in der eigenen Gemeinde sind, wie im Laufe der Haushaltsberatungen bekannt wurde, die insgesamt 1,46 Millionen Euro an Personalkosten (2020: Ansatz 2,39 Mio, 2019: 705 000 Rechnungsergebnis), die damit ein neues Rekordniveau erreicht haben. Rund 500 000 Euro Defizit leistet sich die Gemeinde Hörgertshausen für die Kinderbetreuung, die dem Bürgermeister „eine Herzenssache“ ist. Des Weiteren sind rund 400 000 Euro für den Unterhalt des gemeindlichen Straßennetzes eingeplant.

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