Eine Plangrafik von Mehrfamilienhäusern.
+
Insgesamt 16 Wohneinheiten soll ein Neubauprojekt an der Hörgertshausener Kirchenstraße umfassen. Doch das Vorhaben hat nicht nur Unterstützer.

„Für Ort völlig überdimensioniert“

Trotz Sorgen von Nachbarn: Umstrittene Wohnanlage in Hörgertshausen abgesegnet

  • vonNico Bauer
    schließen

Ein Bauvorhaben verspricht dringend benötigten Wohnraum für Hörgertshausen – sorgt bei Nachbarn jedoch für scharfe Kritik.

Hörgertshausen – Dieser Antrag an den Gemeinderat Hörgertshausen testete die Grenzen des Möglichen aus, am Ende fiel die Entscheidung zugunsten eines neuen Wohnungsbaus mit 10:3 Stimmen: Nach intensiven Diskussionen wurde jetzt eine Wohnanlage mit 16 Einheiten an der Kirchenstraße genehmigt. Bedingung der Kommune ist bei dem genehmigten Vorbescheid aber, dass die benachbarte Landwirtschaft nicht beeinträchtigt werden darf.

Das Grundstück des beantragten Vorbescheids hat eine prominente Vergangenheit und eine Vorgeschichte. Einst stand auf der Fläche die Schreinerei des heutigen Bürgermeisters Michael Hobmaier. Dieser verkaufte das Grundstück, und in der Folge wurde 2016 bereits ein Vorbescheid genehmigt: für ein Haus mit acht Wohneinheiten. Noch heute ist unklar, warum seinerzeit der Bauantrag zurückgezogen wurde.

Die neue Anfrage für einen Vorbescheid stammt von einem anderen Antragsteller und stellt mit 16 Wohneinheiten die doppelte Größe dar. Dabei wurde versucht, den Gemeinderat unter anderem mit einer nachhaltigen Bauweise zu überzeugen, da das begrünte Flachdach als Regenrückhalt dienen soll.

„Für den Ort völlig überdimensioniert“

Bürgermeister Michael Hobmaier stellte klar, „dass wir den Wohnraum in der Gemeinde brauchen“. Eigentlich könne man nicht Nein sagen. Mit Blick auf die einstige Werkstatt bemerkte er, dass die Wohnhäuser von den Ausmaßen der Bebauung nicht anders seien.

In der Nachbarschaft befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb, in dem auch Pferde gehalten werden. Von dort hagelte es nun massive Kritik: Die Landwirtsfamilie bewertet die Mehrfamilienhäuser als „für den Ort völlig überdimensioniert“ und befürchtet massive Beeinträchtigungen wie etwa das Absterben der Fichten an der Grundstücksgrenze, wenn nebenan eine Tiefgarage realisiert werde. Der eine oder andere Gemeinderat teilte durchaus die Sorge, dass man mit dem Bauprojekt einen Präzedenzfall für Hörgertshausen schaffen könne.

Hobmaier schlug schließlich vor, dass man wie beim Vorbescheid 2016 den Bestandsschutz der Landwirtschaft in die Genehmigung hineinschreibe. Dem schon lange angesiedelten Anwesen dürften keinerlei Nachteile durch die Wohnbebauung an der Kirchenstraße entstehen. Zudem werde das Landratsamt den Vorbescheid auch intensiv prüfen. Nach dem 10:3-Beschluss des Gemeinderats werden die Pläne nun auch nach Freising weitergereicht.

Dreiste Hackerangriffe aus China: Gemeinden aus dem Landkreis werden zum Opfer Krimineller

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare