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Immer wieder auf neuen Wegen: Franz Donauer bekommt heute die Bezirksmedaille für besonderes ehrenamtliches Engagement überreicht. Sein neuestes Aufgabengebiet: er erstellt eine Chronik.

Hohe Auszeichnung für Franz Donauer

Eine Medaille für den Tausendsassa

Haag - Der Haager Franz Donauer bekommt am Dienstag die Bezirksmedaille für außergewöhnliche Ehrenamtliche Tätigkeiten überreicht. Wir haben ihn zu Hause besucht und uns auflisten lassen, was er in seiner Freizeit für andere macht. 

Soeben hat Franz Donauer ein antiquarisches Buch mit besonders schönem Einband aus seinem Arbeitszimmer geholt. „Ein Kontokorrentbuch aus dem Jahr 1803, eine Rarität.“ Mit fein säuberlichen Buchstaben sind darin Zahlen aufgelistet, die über die Geschäftsverbindungen eines bayerischen Verbandes aus dem 19. Jahrhundert Auskunft geben. Franz Donauer hat es sich im Ruhestand zur Aufgabe gemacht, eine Chronik über diesen Verband zu erstellen. Den Mann, den die Menschen in seinem Umkreis ob seines vielfältigen ehrenamtlichen Engagements so sehr schätzen, fand durch die Arbeit am historischen Material wieder dorthin zurück, wo für ihn alles angefangen hat: ins Tal der weißen Laber, dort, wo er zusammen mit fünf Geschwistern auf dem 15 Tagwerk großen landwirtschaftlichen Anwesen seiner Eltern aufgewachsen ist. „Ein Kreis schließt sich“, sagt der 69-Jährige. Franz Donauer wird am heutigen Dienstag mit der Bezirksmedaille für außergewöhnliche ehrenamtliche Tätigkeiten ausgezeichnet.

25 Jahre Vorsitzender des Musikvereins Zolling, Verbandsjugendsprecher und Vizepräsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern, Vorsitzender der Seniorenunion Freising, Vorsitzender des CSU Ortsverbandes Haag sowie Gemeinderat und Seniorenreferent im Haager Gemeinderat. Für die Jugend hat sich der pensionierte Regierungsbeamte, der in der Marktabteilung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums für das Referat „Marktangelegenheiten pflanzliche Erzeugnisse“ zuständig war, immer eingesetzt. Ende der 1980er Jahre sei es gewesen, als im Zuge der Vorbereitungen auf die 1250-Jahr-Feier der Gemeinde Zolling der Ruf nach einer eigenen Blaskapelle laut geworden sei. „Leichtsinnigerweise bin ich auf die Gründungsversammlung gegangen“, sagt Donauer und lacht. „Ich wurde zum Vorsitzenden gewählt und dann haben wir angefangen zu arbeiten.“

Dass diese Arbeit auch auf eine überregionale Ebene gebracht wurde, das gelang Donauer durch gute Kontakte zum Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON). 1994 wurde die Bläserjugend im MON in den bayerischen Jugendring aufgenommen. Das war vor allem dem nachhaltigen Engagement von Franz Donauer zu verdanken. Als „Motor“ des Musikvereins hat er aber auch zahlreiche andere Projekte angeschoben und auch umgesetzt. Kontakte zu den Organisatoren des „Carinthischen Sommer“ (ein alljährlich stattfindendes Musikfestival am Ossiacher See in Kärnten) wurden geknüpft. „Wir haben dreimal daran teilgenommen“, verrät Donauer stolz. Die musikalischen Verbindungen erstreckten sich weiter über die Schweiz, Südtirol und sogar über den großen Teich bis in die Vereinigten Staaten. Mit dem „Bishop Ireton Symphonic Wind Ensemble“ aus Alexandria im US-Bundesstaat Virginia unterhielt man regen Austausch. Und auch an die Zeit der gemeinsamen Konzerte mit dem Münchner Bläserensemble „Blechschaden“ unter Leitung von Bob Ross erinnert sich Donauer gerne. Nach Abitur in Eichstätt, Studium der Agrarwissenschaften in Weihenstephan, wissenschaftlicher Tätigkeit am Hopfenforschungszentrum in Hüll bei Wolnzach und Beratungstätigkeiten an Landwirtschaftsämtern in Dinkelsbühl und Landshut, wurde Donauer Referatsleiter im Bayerischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Franz Donauer hat mit seiner Familie Ende der 1970er Jahre Heimat in Haag gefunden. Kommunalpolitisch engagiert er sich seit Beginn der 1990er Jahre im Haager Gemeinderat und im CSU-Ortsverband Haag, seit 2015 auch als Vorsitzender der Seniorenunion im Landkreis Freising. Wer Franz Donauer kennt, weiß, dass sein ehrenamtliches Engagement mit der Verleihung der Bezirksmedaille sicherlich noch nicht zu Ende sein wird: Da gibt es ja noch vieles, was in der Gemeinde für die Senioren angeschoben werden könnte. Und da wird er seine Finger im Spiel haben.

Maria Martin

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