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Im Haus des Kindes, eine Einrichtung der Kommune, aber auch im Pfarrkindergarten Hohenkammer ist der Besuch sofort kostenfrei.

Kostenfreier Kindergarten in Hohenkammer

Familienfreundliche Gemeinde: Kostenfreie Kindergartennutzung ab sofort möglich

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Selten hat der Gemeinderat Hohenkammer über ein Thema so lang und intensiv diskutiert. Am Ende wurde ein kostenfreier Kindergarten beschlossen.  Dafür nimmt die Kommune 18 000 Euro in die Hand.

Hohenkammer – Den Stein ins Rollen hatte die bayerische Regierung mit der Ankündigung gebracht, rückwirkend zum 1. April 100 Euro Zuschuss pro Kind zu zahlen. Für Hohenkammer hätte das zur Folge, dass Buchungszeiten bis vier Stunden schon kostenfrei werden. Eltern müssten dann für fünf bis sechs Stunden 9,38 Euro monatlich zuzahlen oder bei sechs bis sieben Stunden wären es 23,81 Euro.

Für die komplette Kostenfreiheit des Kindergarten müssten die Maximalgebühren bei den hohen Buchungszeiten auf 100 Euro gesenkt werden. Laut Verwaltung kostet die Maßnahme der Kommune 18 000 Euro. Allerdings fiele dann der Verwaltungsaufwand weg. „Ich sehe dann keine Grenze mehr“, sagte Ferdinand Rottmeir (BvHo), der auch als einziger dagegen stimmte. Er befürchtete, dass die Eltern nur mehr das volle Programm buchen, weil es eben nichts mehr koste.

Geschäftsführer Marco Unruh betonte, dass man mit intensiven Gesprächen gegensteuern könne, und den Wechsel auf längere Buchungszeiten könne die Gemeinde ablehnen. Eltern müssten künftig glaubhaft begründen, warum sie mehr Betreuung bräuchten. Unruh erläuterte, dass selbst die aktuellen Gebühren von 9,38 Euro nicht von längeren Buchungen abhielten. Gertraud Wagatha (CSU) konnte sich nicht vorstellen, dass die Eltern durch die neuen Zuschüsse wild buchen würden: „Man schickt die Kinder doch nicht länger in den Kindergarten, nur weil es günstig ist.“

2020 sollen auch Kinder, die die Krippe besuchen, einen Zuschuss von 100 Euro erhalten, der aber – anders als beim Kindergarten – direkt an die Eltern ausbezahlt wird. Die Förderung des Freistaats hat allerdings zur Folge, dass die Gemeinde dann von den Eltern die volle Gebühr verlangen muss.

Bürgermeister Johann Stegmair war sehr zufrieden mit dem Beschluss, denn seine Kommune könne so mit verhältnismäßig wenig Geld jedes Jahr sehr familienfreundlich sein. Die Kostenfreiheit wird sowohl im gemeindlichen Kindergarten als auch im Pfarrkindergarten gelten.

Nico Bauer

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