Lost & Found: Andy Nickels erstes Album ist auf dem Markt – mit Stücken, die zum Weinen schön sind.
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Lost & Found: Andy Nickels erstes Album ist auf dem Markt – mit Stücken, die zum Weinen schön sind.

Beliebte One-Man-Band aus Hohenkammer veröffentlicht Album

Andy Nickel liefert die Musik für einen Tanz in der Abendsonne

Seine Musik ist tanzbar, wird von Line Dancern geliebt, und manche Lieder sind zum Weinen schön. Andy Nickel aus Hohenkammer hat ein Album herausgebracht.

Hohenkammer - Als One-Man-Band liefert Andy Nickel seit einiger Zeit den perfekten Soundtrack für alle Line Dancer von nah und fern. Während der Corona-Pandemie streamte er aus seiner Heimat überaus erfolgreiche Wohnzimmer-Events mit Jukebox-Charakter für alle tanzbegeisterten Country-Fans. Nun hat Nickel seinen ersten Tonträger vorgelegt und damit eines bewiesen:  Nashville liegt eigentlich in Bayern und der Spirit der Grand Ole Opry in Hohenkammer.

Eigentlich ist das Album „Lost & Found“ nur durch einen glücklichen und ungewöhnlichen Zufall entstanden, denn der Produzent und Freund Benjamin Welz musste eine Bachelorarbeit im Musikproduktion-Studium vorlegen. Einen Fundus, wie Nickel dem Freisinger Tagblatt erzählt, an fünf bis sechs eigenen Songs gab es ja schon – so lag es nahe, ein Country-Album zu produzieren. Also machte sich Nickel daran, noch weitere Songs zu schreiben und zu komponieren, um aus einer Auswahl von ungefähr 20 Werken einen ersten Tonträger zu skizzieren.

Die Bachelorarbeit von Welz wurde dann sogar mit einer 1,0 benotet, wie Nickel stolz erklärt. „Ein Country-Album gab es da noch nie, das hat den Professoren sehr gut gefallen!“, so Nickel. Überaus charmant auch die Idee, das Album im MP3-Format via USB-Stick zu verkaufen – oder eben als klassischen Download. So gar kein Freund ist Nickel hingegen von Streaming-Portalen wie Spotify, weil hier die Musiker kaum etwas am eigenen Werk verdienten. Aktuell denkt der Musiker über eine kleine CD-Auflage nach, denn darauf sei er immer wieder von seinen Fans angesprochen worden, weil die eben gern das klassische Format in den Händen halten wollen.

Doch wie klingt „Lost & Found“ jetzt eigentlich? Die Nickel-Songs flimmern in den hellsten Farben und beweisen, dass hier einer am Werke war, der Songs schreiben und dann auch umsetzen kann. Dabei scheut er nicht die Reise in die wohl beste Zeit dieses Genres, den 1990ern – allerdings sind seine eigenen Stücke keine losen Versatzstücke, sondern vielmehr eine tiefe Verbeugung und eine damit einhergehende Würdigung des großen Soundtracks jener Zeit.

Aber das ist natürlich nicht alles: Nickel verwehrt sich dem Mainstream von überproduzierten Country-Alben wie einst Cash und beglückt seine Fans mit einem New-Country-Album feinster Güte. Zwischen Steel-Guitar-Sehnsuchtsfragmenten überzeugt vor allem Nickels stimmliche Perfektion und die Vermittlung von Atmosphäre durch seine Lyrics – wie beispielsweise in „Little Hometown“.

Die Ballade „Far Away“ ist tatsächlich zum Weinen schön und eigentlich perfekt geschaffen für einen Tanz in der Abendsonne von Memphis – sozusagen ein musikalischer Schuss ins Herz. Philosophisch sind sie, diese Songs, im Subtext immerzu auf der Suche nach dem Verlorenen und dem Wiedergefundenen, jener magischen Welt einer jeden Kunstform. Aber auch das sind seine Arbeiten: großzügig gemalte Bilder und fragile Skizzierungen von Traumepisoden, Landschaften und Menschen gleichwohl. All das macht dieses Album zu einem ganz wunderbaren musikalischen Geschenk aus Hohenkammer, das übrigens auch für alle Line Dancer gut tanzbar ist – für einige Songs gibt es bereits Choreografien.

Gut zu wissen

Wer das Album kaufen oder mehr über Andy Nickel erfahren möchte, wird unter www.andy-nickel.de fündig.

Richard Lorenz

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