Schweizer Käse bei Schlipps: Die Schäden unter der Straße sind viel weitreichender als erwartet.
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Schweizer Käse bei Schlipps: Die Schäden unter der Straße, die der Biber angerichtet hat, sind viel weitreichender als erwartet.

Höchst aktives Tier untergräbt Gemeinderstraße

Biber wütet in Hohenkammer

  • VonNico Bauer
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Jetzt reicht‘s den Gemeinderäten: In Hohenkammer wütet ein Biber, hat sogar eine Gemeindestraße untergraben. Dem Tier geht‘s nun an den Kragen.

Hohenkammer - In der beschaulichen Ortschaft Hohenkammer ist in der Natur zwischen den Ortsteilen der Biber heimisch geworden. Das Tier mit dem Potenzial, große Schäden zu verursachen, wurde in den vergangenen Wochen immer mehr zum Problem. Nun musste die Straße zwischen Eglhausen und Schlipps auf einer Länge von fast 150 Metern einseitig gesperrt werden. Die Lösung des Problems dürfte teuer werden.
Von der Brücke am Ortseingang von Schlipps verläuft Richtung Eglhausen ein kleiner Graben direkt rechts neben der Straße. Und dort ist seit geraumer Zeit der Biber zu Hause, dort wurde er so richtig aktiv. Das Tier hat die Gemeindestraße untergraben, sodass das Bankett instabil wurde und Löcher Gefahrenstellen ergaben. „Wir hatten Glück, dass da kein Auto entlanggefahren ist“, sagt Bürgermeister Mario Berti. Die Straßenschäden wurden notdürftig repariert und die einseitige Sperrung der Straße an der Bachseite auf den gut 130 Metern war unumgänglich.

Für die Gemeinde ist es ein glücklicher Umstand, dass der Biber-Bach dann Richtung Hohenkammer führt und über freie Flur führt. Landwirten werden Biberschäden auch teilweise erstattet, und für die öffentliche Infrastruktur besteht dann keine Gefahr mehr. Unter der Straße sieht es aus wie in einem Schweizer Käse“, witzelte Bürgermeister Mario Berti. Hier hat der Biber mehrere Gänge und Höhlen schon gegraben. Diese befinden sich zwischen 1,50 und 2,50 Metern unter der Straßendecke. Hier muss die Gemeinde den Unterbau nun wieder in Stand setzen, aber dann auch eine dauerhafte Lösung finden. Der Gemeinderat bestätigte den Auftrag an das Ingenieurbüro Dippold & Gerold, technische Lösungen zur Biberabwehr für die Straße zu planen. Die Instandsetzung der Straße muss die Gemeinde alleine tragen. Lediglich bei baulichen Maßnahmen der Vorbeugung könnte es staatliche Zuschüsse geben. Klar ist bereits jetzt, dass die Kommune einiges Geld in die Hand nehmen muss. In den Bereich Schlipps ist der Lebensraum an der Glonn mit Nebenbereichen und Bächen ziemlich ideal für den Biber, der so langsam zur Plage wird.

Ein Antrag der Gemeinde läuft bereits, zusammen mit Jägern das große Schäden verursachende Tier zu bejagen. Bürgermeister Berti machte aber deutlich, dass die Sache nicht so leicht zu lösen ist. Der Biber darf rechtlich nur von September bis März gejagt werden. Bei einem Ortstermin mit Jäger Andreas Lohner und der Biberbeauftragten des Landkreises, Nicole Anzinger-Bitsch, bestand Einigkeit, dass in dem Bereich des Grabens entlang der Gemeindestraße konsequent gejagt werden muss.

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