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Schnell ausgezählt waren die Stimmzettel am Wahlabend.

Wahlnachlese 

Bürgermeisterwahl in Hohenkammer: Zwischen Begeisterung und Enttäuschung

  • vonNico Bauer
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Einer gibt sich als enttäuschter Verlierer, eine Unterlegene bedauert es, von den Wählern zum Teil aufs Muttersein reduziert worden zu sein. Einen Tag nach den Wahlen in Hohenkammer ziehen die Kandidaten Bilanz. 

Hohenkammer Am Tag nach der Wahl in Hohenkammer rätseln die Stichwahlkandidaten über ihre Schwachpunkte. Die beiden unterlegenen Kandidaten von Sonntag hat indes der Alltag bereits wieder.

FDP-Kandidatin Susanne Hartmann

„Ich bin begeistert“, sagt Susanne Hartmann, die gleich am Sonntag mit Freude die weitere Wahlkampfplanung bis 27. September anging. Sie wird die kommenden Wochenenden wieder Infostände am Wertstoffhof machen und hat nun die Aufgabe, ihr schlechtes Wahlergebnis in den Ortsteilen zu verbessern. „Das hat mich sehr erschreckt“, sagt Hartmann, „denn gerade die Ortsteile waren doch ein Schwerpunkt meines Wahlkampfes“.

Hartmann erinnert aber auch an den verstorbenen Franz Josef Müller, dessen Tod im März die Verschiebung der Wahl notwendig machte. Sie bedauert, dass am Wahlsonntag niemand öffentlich an ihn dachte und auch nicht den eigentlichen Plan umsetzte, dass die Kandidaten mit einem Glas Sekt anstoßen. „Die CSU hat Business as usual gemacht“, sagt Hartmann, „das macht mich etwas traurig“. Sie selbst packte den Sekt nicht aus, „weil ich dann in Tränen ausgebrochen wäre“, wie sie sagte.

CSU-Kandidat Mario Berti

Der neue Kandidat der CSU sagt ganz deutlich, „dass Franz Josef Müller bestimmt nicht bei der CSU vergessen ist“. Er habe das Thema bewusst nicht angesprochen, „weil das für die Familie das Schlimmste wäre“. Von Hartmanns Vorstoß war er deshalb sehr überrascht.

Politisch muss Mario Berti nun vor allem im Hauptort Hohenkammer angreifen, wo er in der Wählergunst hinter der FDP-Stichwahlkontrahentin lag. „Ich werde jetzt nicht von Haus zu Haus gehen“, sagt er, „weil das viele nicht wollen“.

Berti hat die Tage bis zum 27. September noch nicht durchgeplant, möchte aber mit den lokalen Vereinen das Gespräch suchen. Man müsse nun entspannt abwarten, was die Wähler der beiden unterlegenen Kandidaten denken.

Marina Brandstetter (BvHo)

Genau 63 Stimmen fehlten ihr zu Susanne Hartmann, aber das ist abgehakt für Marina Brandstetter. Für sie geht das Leben weiter, enttäuscht sei sie, dass sie bei manchen nicht mit ihren Kompetenzen punkten konnte, sondern „nur als Mutter von drei kleinen Kindern“ gesehen wurde. Brandstetter legte sich gleich am Wahlabend fest, keine Wahlempfehlung zu geben. Das gehört zum Stil der Bürgervereinigung Hohenkammer.

Alfred Kopp (FW)                                                                                                                                                                                   

Das schlechte Ergebnis des politischen Neulings hat Freund und Feind überrascht. Passend für einen Fußballer zitierte er am Tag nach dem Frust-Sonntag die Bundesliga-Trainerlegende Dragoslav Stepanovic: „Lebbe ged weida.“ Über einen weiteren Anlauf auf die Kommunalpolitik macht sich Kopp derzeit keine Gedanken.

Klar ist aber, dass der Sportverein Hohenkammer ein Nebengewinner der Wahl ist. „Nächstes Jahr kandidiere ich wieder als Vorsitzender“, sagt Kopp. Am Wahlabend hoffte die mit Kopp befreundete Susanne Hartmann auf eine Wahlempfehlung, aber der hält sich raus. „Meine wenigen Stimmen helfen eh keinem weiter“, witzelte Kopp am Tag danach schon wieder.

Gut zu wissen

Aus vier Kandidaten wurden zwei. Susanne Hartmann (FDP) hat den Hauptort gewonnen und Mario Berti (CSU) die Ortsteile. Die Stichwahl ist deshalb auch ein bisschen „Stadt gegen Land“. In den Ortsteilen hatte Mario Berti satte 45,2 Prozent und fast die absolute Mehrheit. Susanne Hartmann lag mit 18,7 Prozent sogar noch hinter Marina Brandstetter (21,6). Bei der Briefwahl der Ortsteile war Berti genauso stark (45,4), aber hier war Hartmann mit 22,0 zumindest die Nummer zwei. In Hohenkammer selbst dominierte der gelbe Balken. Satte 36,6 Prozent bekam Susanne Hartmann im Hauptort. Analog zu den Ortsteilen war auch hier Marina Brandstetter mit 26,1 Prozent die Nummer zwei vor Mario Berti mit 22,5 Prozent. Bei der Briefwahl im Hauptort lagen Hartmann (30,0) und Berti (26,6) nahe beisammen. Marina Brandstetter folgte mit 26,1 hauchdünn dahinter.

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