Tosenden Applaus spendeten die Bürger, die in die Mehrzweckhalle gekommen waren. Neben den Ehrenamtlern feierte man 20 Jahre kommunale Selbstverwaltung der Gemeinde Hohenkammer.

Urkunden und Ehrennadel 

Ein Abend im Zeichen der Tatkräftigen

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20 Jahre kommunale Selbstverwaltung - das wurde in Hohenkammer natürlich gefeiert. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden auch verdiente Bürger geehrt.

Hohenkammer – „Rechte Haudegen“, so Vize-Landrat Robert Scholz, seien die Menschen zu Hohenkammer im 15. Jahrhundert gewesen. Dass der Landtag am 1. Januar 1998 dem Austritt Hohenkammers aus der Verwaltungsgemeinschaft Allershausen zugestimmt hatte, sei allerdings der Abschluss eines friedlichen Prozesses gewesen. Auf jeden Fall war es „ein Meilenstein in der Geschichte von Hohenkammer“, erinnerte sich Bürgermeister Johann Stegmair an dieses Datum. Der Rahmen, in dem man des Jubiläums „20 Jahre kommunale Selbstverwaltung der Gemeinde Hohenkammer“ gedachte, war der Empfang anlässlich der Ehrung verdienter Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement am Freitagabend. Sechs Frauen und Männer, die laut Stegmair Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen, die Lebenserfahrung, Kreativität, Innovationskraft, viel Zeit und Geld einbringen, wurden am Freitag in der Mehrzweckhalle ausgezeichnet. Sechs Frauen und Männer, die durch ihr Ehrenamt aber auch neue Erfahrungen machten, neue Leute kennenlernten, selbst erlebten, dass sie gebraucht würden, und die dadurch zeigten, „was alles in ihnen steckt“, so der Rathauschef in seiner Ansprache. Sechs Frauen und Männer, die in einer sich immer schneller werdenden und undurchschaubar wirkenden Welt für soziale Beziehungen in der Heimat sorgen, so Stegmair. Sechs Menschen, die, wie es Scholz in seinem Grußwort so treffend formuliert hatte, „einfach da sind. Ohne Wenn und Aber“.

Ausgezeichnet von Vize-Landrat Robert Scholz (l.) und Bürgermeister Johann Stegmair (r.) wurden (ab 2. v. l.) Nikolaus Sailer, Gerhard Walter, Gertraud Wagatha, Berta Pfleger, Johann Bernhart und Martin Helmut. fotos: Beschorner

Da war Berta Pfleger, heute rüstige 92, die seit Jahrzehnten das Kriegerdenkmal in Hohenkammer pflegt. Eine Tätigkeit, die ihr immer „eine Herzensangelegenheit“ gewesen sei, wusste Stegmair. Geehrt wurde auch Nikolaus Sailer, seit 1953 Mitglied der Schützengesellschaft Teutonia Hohenkammer, von 1953 bis 1991 Fahnenträger, von 1965 bis 2000 Mitglied im Vorstand, zudem bei den Maibaumfreunden seit vielen Jahren dafür zuständig, „dass der Baum nie schief stand“. Zudem Martin Helmut, der von 1985 bis 2017 die Fahne des Krieger- und Soldatenvereins Schlipps trug, dessen zweiter Vorstand er jetzt ist. Da war Gerhard Walter, insgesamt 15 Jahre Vorstand der Schützengesellschaft Eglhausen, von 2013 bis 2016 Schriftführer beim Schützenverein Unterwohlbach-Niernsdorf und seit vielen Jahrzehnten für die Bemalung der Figuren am Eglhausener Maibaum verantwortlich. Johann Bernhart, von 1990 bis heute Gemeinderat, seit 1. Mai 1996 zweiter Bürgermeister der Gemeinde, 24 Jahre Schriftführer von Teutonia Hohenkammer und seit 29 Jahren dort gar zweiter Schützenmeister. Und nicht zuletzt wurde Gertraud Wagatha ausgezeichnet, seit 1996 Gemeinderätin, Referentin für Jugend, Senioren und Behinderte, die auch von 1996 bis 2008 das Ferienprogramm organisierte. Ihnen allen dankte Stegmair, ihnen allen übergab er Urkunden und die Ehrennadel.

Der Abend bewies: In Hohenkammer kann man stolz darauf sein, dass sich so viele Bürger freiwillig und ehrenamtlich engagieren. Und zwar schon lange bevor erst ein Bürgerentscheid und dann der Landtagsbeschluss die kommunale Selbstverwaltung der Gemeinde herbeiführten, lange bevor sich der schon seit dem Wirken der Schlossherren erkennbare „Hang zur Selbstständigkeit und einer gewissen Wehrhaftigkeit“, so Scholz, in der Selbstverwaltung ausdrückte.

Andreas Beschorner

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