1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Hohenkammer

Eine Künstlerin und ein Brüderprojekt im Schloss Hohenkammer

Erstellt:

Kommentare

Stephanie von Quast formt den Torso mit verschiedenen Materialien.
Stephanie von Quast formt den Torso mit verschiedenen Materialien. © Bauer

Für Tagungen bildet das Schloss Hohenkammer eine malerische Kulisse. Dieses Ambiente ist prädestiniert für große Kunst. Stefanie von Quast und Christoph Everding stellen aus.

Hohenkammer - Sie arbeitet mit den verschiedensten Materialien wie Holz, Bronze oder auch Stein. Mit der Verbindung aus Halbedelsteinen mit Bronze hat sie eine Kombination für sich entwickelt, die sonst kein Künstler so nutzt. Stefanie von Quast formt gerne nach Bildern aus dem Internet den Torso und lässt der Fantasie des Betrachters offen, wie die Körper bei Kopf, Armen oder Beinen weitergehen könnten.

Christoph Everding präsentiert sein Lieblingsbild Mythenwald.
Christoph Everding präsentiert sein Lieblingsbild Mythenwald. © Bauer

Der Münchner Christoph Everding ist nicht nur Sohn der Kulturlegende August Everding, sondern auch ein begnadeter Maler. Sein Lieblingsbild ist der Mythenwald, dessen Ursprung der Frillensee bei Inzell ist. Er malte die Natur mit dunklen Farben und gab der Idylle den magischen Anstrich.

Im Zentrum der Gemeinschaftsausstellung und passend zum Titel „Wege, die sich kreuzen“ steht auch die Serie mit 14 Bildern von den Stationen des Kreuzgangs von Jesus Christus. Über einen langen Gang begleiten die 14 Stationen den Passanten, jedes Bild hat dazu einen dramatischen Text. Maler Christoph Everding bekam hierfür Texte von seinem Bruder, dem bekannten Regisseur Marcus Everding. Dieser hatte bei seiner Erzählung der Geschichte zur Vernissage höchsten Unterhaltungswert: „Als mein Bruder sagte, dass er die 14 Stationen des Kreuzgangs malen möchte, hatte ich nur einen Gedanken: Bitte nicht! Als er mich nach den Texten fragte, hoffte ich auf ein Loch in der Erde, das einen der zwei Brüder verschlucken möge.“

Letztlich gab es einen Kompromiss, dass Marcus Everding dramaturgisch faszinierende Texte verfasste, ohne die Bilder des Bruders gesehen zu haben. „Sonst ist die Gefahr groß, dass man das schreibt, was man sieht“, sagte Marcus Everding.

Das Ergebnis des Brüderprojekts ist faszinierend, unterhaltsam und höchst emotional. Der in Hohenkammer nun in Wort und Bild gezeigte Kreuzgang ist definitiv einen Besuch wert. Die Ausstellung im Gutshof-Foyer des Tagungszentrums Schloss Hohenkammer und dem anschließenden Gang im Erdgeschoß kann bis zum 20. November tagsüber besucht werden.

Nico Bauer

Auch interessant

Kommentare