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Die Gemeinde Hohenkammer senkt alle Steuern um 15 Prozentpunkt.

Gemeinderat stimmt 11:4 dafür

Alle Steuern um 15 Prozent runter: Hohenkammer will Zeichen der Wertschätzung setzen

  • vonNico Bauer
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In Zeiten von Corona setzt die Gemeinde Hohenkammer ein Zeichen: Für den Zeitraum von drei Jahren werden alle Steuern um 15 Prozentpunkte gesenkt.

Hohenkammer – In der Corona-Pandemie werden Bürger wie Unternehmen vor besondere Herausforderungen gestellt – und in dieser Zeit setzt Hohenkammer nun ein Zeichen: Für den Zeitraum von drei Jahren werden alle Steuern um 15 Prozentpunkte gesenkt. Mit 11:4 Stimmen wurde die Maßnahme im Gemeinderat beschlossen. Das bedeutet einen gemeindlichen Steuererlass von rund 60 000 Euro jährlich.

„Wir wollen Danke sagen“

„Die Bürger haben großen Anteil daran, dass unsere Gemeinde so gut dasteht“, sagt Bürgermeister Mario Berti. „Dafür wollen wir Danke sagen.“ Er machte im Gemeinderat deutlich, dass die Maßnahme ein Zeichen der Wertschätzung sei. Die Senkung von Gewerbe- und Grundsteuern komme Unternehmen, Landwirten, Grundstücksbesitzern wie Mietern entgegen. Der Bürgermeister sagte, dass die Maßnahme eigentlich alle erreiche. Er machte vor dem Gemeinderat auch deutlich, „dass wir uns den Schritt leisten können“. Da die Gemeinde keine Darlehen aufnehmen muss, hat auch die Kommunalaufsicht keine Einwände.

Die Verwaltung zeigte mit einer konkreten Rechnung die finanziellen Auswirkungen auf: 2021 rechnet man mit 950 000 Euro Gewerbesteuer (Mindereinnahme 50 800 Euro), mit 37 400 Euro Grundsteuer A (Mindereinnahme 2000) sowie mit 211 600 Euro Grundsteuer B (Mindereinnahme 11 300). Für 2021 fehlen damit 58 000 Euro im gemeindlichen Haushalt – und das sei verkraftbar.

Bürgermeister: Maßnahme nicht nur finanziell sehen

Die vier Gegenstimmen aus dem Rat zeigten, dass nicht jeder in der Runde die Maßnahmen als sinnvoll erachtet. In der Debatte machte der eine oder andere deutlich, dass der Gemeinde etwas Geld abgehe, aber dennoch bei den Bürgern und Unternehmen nicht wirklich spürbar was ankomme. Berti betonte, dass die auf drei Jahre befristete Maßnahme nicht nur finanziell gesehen werden dürfe, sondern auch als Zeichen der Wertschätzung in schwierigen Zeiten.

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