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Hohenkammers Seniorenstammtisch-Organisator erklärt, wieso soziale Kontakte im Alter so wichtig sind

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Von: Andrea Beschorner

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Eine Senioren steht am Fenster, daneben ein Telefon
In Zeiten von Kontaktbeschränkungen empfiehlt Kauer öfter den Griff zum Telefon. © Symbolbild: dpa

Ernst Kauer organisiert die Seniorenstammtische in Hohenkammer. Im Interview erklärt er, warum soziale Kontakte im Alter so wichtig sind - und wie er Corona trotzt.

Hohenkammer – Ernst Kauer ist SPD-Gemeinderat in Hohenkammer. Er ist auch der Organisator der Seniorenstammtische. Im Gespräch mit dem FT erzählt er, wie er zu dieser Aufgabe gekommen ist, und wieso es im Alter so wichtig ist, soziale Kontakte zu pflegen.

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Herr Kauer, Sie organisieren den Seniorenstammtisch in Hohenkammer und in Schlipps. Was hat Sie dazu bewogen, diese Aufgabe zu übernehmen?

Als ich zu Rentenbeginn zum Seniorenstammtisch kam, hat mir der sehr gut gefallen. Alte Leute wissen viel über ihren Ort. Herr Bayerl und Herr Frieß als Organisatoren wollten dieses Amt wegen Alters weitergeben und haben mich gebeten, es zu übernehmen. Es gab keinen anderen. Ich habe zugestimmt, und Herr Bayerl hat es beim nächsten Stammtisch verkündet. Alle haben zufrieden geschaut, und so war ich demokratisch installiert. In Schlipps organisiert Helmut Martin den Stammtisch, mit dem ich bei Aktivitäten beider Stammtische zusammenarbeite.

Ernst Kauer
Ernst Kauer hat ein offenes Ohr für Senioren. © privat

Sie betonen in Ihren Einladungen auch immer ausdrücklich, dass neue Gesichter herzlich willkommen sind. Wird das angenommen? Und wieso ist Ihnen das so wichtig?

Wenn man im Alter geistig fit bleiben will, braucht man unter anderem viele Sozialkontakte. Da hilft es wenig, wenn man immer im Kreis der Familie agiert, es ist mehr nötig. Wer sich vom Stammtisch kennt, bleibt auch im Ort gern mal bei einem Stammtischler zu einem Gespräch stehen. Wenn ich Senioren ermuntere, zum Stammtisch zu gehen, höre ich oft „So alt bin ich noch nicht“. Viele sehen die Teilnahme als eine Art „Beitritt zu den Alten“ und Abschied vom „Mittelalter“. Man wird aber bei uns nicht älter als sonst auch, sondern bleibt eher jünger.

Als Gemeinderat haben Sie ja auch Einblick in die Strukturen Ihrer Kommune: Ist Hohenkammer, was das Angebot für Seniorinnen und Senioren angeht, gut aufgestellt?

Hohenkammer treibt eher wenig Aufwand für die Senioren. Wenn ich die aber frage, was sie zusätzlich gerne hätten, sind alle zufrieden. Ich bekomme von der Gemeinde jede Unterstützung, die ich anfordere. Wenn Senioren eine Idee haben, was wir zusätzlich machen sollen, können sie sich gerne bei mir melden.

Wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Nachdem meine Senioren zufrieden sind, sehe ich kein Verbesserungspotenzial. Ich bin aber offen, für neue Ideen. Die dürfen gern auch von Senioren kommen, die unsere Stammtische nicht besuchen.

Viele der von Ihnen organisierten Treffen mussten coronabedingt ausfallen. Gibt es dennoch einen Weg, mit den älteren Menschen in Kontakt zu treten? Sind Sie Ansprechpartner, wenn jemand ein Ohr zum Zuhören braucht?

Die meisten der Stammtischbesucher sind familiär eingebunden. Manche rufen gelegentlich an, und es kommt auch zu Besuchen. Alle wissen, dass ich gut erreichbar bin und mich über Anrufe freue.

Welche Botschaft möchten Sie den Gästen des Stammtisches auf diesem Weg gerne zukommen lassen?

Es hat mich sehr geschmerzt, unsere Adventveranstaltung abzusagen. Aber unsere Gesundheit geht mir über alles. Ich möchte unbedingt, dass wir uns nach Corona gesund wieder sehen und Corona wird immer gefährlicher. Ich hoffe, dass alle auf sich aufpassen und vielleicht hat der/die eine oder andere Ideen, wie wir uns verbessern können. Alle Senioren, die uns bisher nicht besucht haben, sind herzlich eingeladen, uns kennenzulernen. Es lohnt sich!

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