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Knappe Mehrheit für Mittagsbetreuung in Hohenkammer: „Brauchen wir alles?“

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Von: Nico Bauer

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Ein Federmäppchen liegt auf einem Tisch im Schulunterricht
Über die Mittagsbetreuung stimmte der Gemeinderat Hohenkammer ab. Eine knappe Mehrheit sprach sich dafür aus. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Gemeinde Hohenkammer will bis zum 1. September 2023 das Kinderbetreuungsangebot um eine Mittagsbetreuung ausbauen. Nicht alle sind dafür.

Hohenkammer - Gemeinde-Geschäftsführer Marco Unruh stellte eine Umfrage vor, zu der die Eltern von 322 Kindern aus der Gemeinde anonym eingeladen waren. Rund die Hälfte nutzte die Gelegenheit zur Äußerung. „98 Prozent sind zufrieden“, sagte Unruh.

Die laut der Umfrage benötigten Betreuungsplätze könne man derzeit auch anbieten. Bürgermeister und Verwaltung verwiesen darauf, dass der Bedarf abgedeckt werde. Zudem machte Unruh deutlich, dass die familienfreundliche Gemeinde Hohenkammer den Kindergartenbesuch kostenfrei anbiete und man im Krippenbereich die günstigsten Gebühren des Landkreises habe.

Doch für einige Gemeinderäte war das nicht genug. Sie machten 15 geäußerte Wünsche für das Angebot einer Mittagsbetreuung zum Diskussionspunkt. Die Verwaltung sieht derzeit die ab 2026 rechtlich festgeschriebene Ganztagsbetreuung als erfüllt an und warnte vor Veränderungen. Sollte die Mittagsbetreuung eingerichtet werden, könnten Kinder aus dem Hort im Haus des Kindes wechseln – mit möglichen Folgen bis hin zum Verlust von Betreuungspersonal. Bürgermeister Mario Berti und Gemeinde-Geschäftsführer Marco Unruh plädierten für die Beibehaltung des derzeitigen Angebots. „Es zeichnet sich ein Bedarf für eine Mittagsbetreuung ab“, widersprach Dawid Wojtyna und bekam Unterstützung von der im Elternbeirat der Schule aktiven Marina Brandstetter. Bürgermeister Mario Berti wollte den Ausbau der Strukturen fürs Erste nicht angehen: „Wir haben eine gute Betreuung in der Gemeinde. Aber brauchen wir alles?“

Brandstetter hielt dagegen, „dass wir Hohenkammer attraktiver machen, wenn wir mit der Mittagsbetreuung eine Lücke schließen würden“. Sie machte weiter deutlich, dass diese Einrichtung in der Schule angesiedelt werden müsse. Auch das Argument, man habe dort keine geeigneten Räumlichkeiten, brachte sie nicht ab von ihrer Forderung. Die bei Eltern gut vernetzte Gemeinderätin vertrat zudem die Meinung, dass die Mittagsbetreuung keine negativen Auswirkungen für den Hort habe: „Die Eltern der Hortkinder schätzen das pädagogische System sehr.“

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Brandstetter erklärte den anderen Gemeinderäten, dass man keinen Kompromiss machen könne mit Hortkindern, die vor 15 Uhr abgeholt werden und dann ähnliche Zeiten wie in der Mittagsbetreuung haben. Unterschiedliche Abholzeiten würden die ganze Gruppe und damit auch das pädagogische Konzept stören. Dazu warnte auch Marco Unruh, dass Luftbuchungen von Kinderbetreuungen durch nur teilweise genutzte Betreuungszeit staatliche Zuschüsse gefährden würden.

Letztlich gab es dann mit 8:5 Stimmen eine Mehrheit für den Beschluss, ab 1. September kommenden Jahres eine Mittagsbetreuung anzustreben. Damit bekam die Verwaltung den Auftrag, nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen und organisatorische Fragen wie den Personalbedarf zu untersuchen. In einer der nächsten Sitzungen sollen Detailfragen diskutiert werden.

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