+
Über die Historie der Reformation berichtete der ehemalige Pastoralreferent Beat Bühler.

Luther-Vortrag im Hohenkammerner Pfarrsaal

Donnerwetter am Anfang, Hammerschlag zum Schluss

Einen aufschlussreichen Bildervortrag über das Leben und Wirken von Martin Luther veranstaltete anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums die Katholische Frauengemeinschaft Hohenkammer. Im Pfarrsaal berichtete der ehemalige Pastoralreferent Beat Bühler über die Anfänge der evangelischen Kirche.

Hohenkammer – Man wolle diesen Feiertag zusammen begehen, egal welcher Konfession man angehöre – so drückte es die KFD-Vorsitzende Andrea Obermaier in ihrer Begrüßung aus. Nicht die Unterschiede sollten herausgestellt werden, sondern die Gemeinsamkeiten. „Früher war an Ökumene gar nicht zu denken. Heute ist das glücklicherweise kein Problem. Ich finde, wir sind alle auf einem guten Weg.“

Anhand von vielen Bildern klärte Beat Bühler die rund 25 anwesenden Zuhörer über das Leben von Martin Luther und den Beginn der Kirchenspaltung auf. Angefangen mit Luthers Theologiestudium in Erfurt und Wittenberg. „Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte Luther Rechtswissenschaften studiert“, wusste Bühler.

Doch ein prägendes Erlebnis änderte die Zukunft Martin Luthers: Auf einer einsamen Lichtung in Erfurt wurde er von einem heftigem Gewitter überrascht. Donner und Blitz jagten ihm dermaßen Angst ein, dass er gen Himmel rief und der heiligen Mutter Anna versprach, Mönch zu werden, wenn er aus dem Sturm heil raus kam. „Und so ist es dann auch passiert“, erklärte Bühler. Er schilderte auch zwei Thesen, die den Anfang der Reformation betreffen. Beide besagen, dass Luther im Jahr 1517 als Doktor der Theologie und Dozent an der Universität in Wittenberg dazu aufforderte, die damals üblichen Ablasspredigten zu unterbinden. „Wenn ein Sünder Gnade erlangen wollte, musste er nicht nur die Beichte ablegen, sondern auch ein frommes Werk verrichten.“ Dazu zählte zum Beispiel eine Wallfahrt, Kirchen- oder Friedhofsbesuche oder besondere Gebete. „Das wurde dann in einem Brief bescheinigt, den der Sünder bezahlen musste.“ Wurde dieser ausgehändigt, hatte man sich sozusagen von seinen Sünden freigekauft. Bühler: „Luther fand, dass dieser Ablass zu weit geht.“ Luther habe dann, so die landläufige Überlieferung, seine 95 Thesen wider den Ablass verfasst, die er am 31. Oktober mit einem Hammer an die Türen der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. „Das nannte man den sogenannte Thesen-Hammerschlag“, so Bühler.

Anderen Überlieferungen zufolge hingegen habe Martin Luther die Thesen dem zuständigen Bischof übergeben, mit der Bitte, das unwürdige Treiben zu prüfen. „So hätte er zumindest den Dienstweg eingehalten“, scherzte Bühler im Pfarrsaal.

Beide Geschichten haben das bekannte Ende: Martin Luther wurde 1521 sowohl von der katholischen Kirche als auch der staatlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Mittlerweile hatten sich aber viele Geistliche und Laien seiner Bewegung angeschlossen, die später in die evangelische Glaubensgemeinschaft und die Spaltung der Kirche mündete. 

Anna Schledzinski  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die Seele von Freising ergründen
Man hat sich bisher halt immer drangehängt, hat ein bis drei Objekte präsentiert. Das war’s. Doch 2017 ist das anders. Für den diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ …
Die Seele von Freising ergründen
Tonnenschweres Diebesgut: Polizei fasst Bande
Sie hat monatelang ihr Unwesen auf der Baustelle der „Neufahrner Kurve“ getrieben: eine Diebesbande, die immer wieder tonnenschweres Baumaterial mitgehen hat lassen. …
Tonnenschweres Diebesgut: Polizei fasst Bande
Ein Vormittag im Wilden Westen
Schon von Weitem hört man Hämmern und laute Rufe vom Gelände des Sebaldhauses, das sich dieses Jahr in die Westernstadt „Sebaldhauscity“ verwandelt hat. Hier können die …
Ein Vormittag im Wilden Westen
Herrmann in Gammelsdorf: Heimspiel für den Innenminister
Gammelsdorf - Energisch, laut kämpferisch: So war der Auftritt von Joachim Herrmann in Gammelsdorf. Doch in einen Punkt gab sich der Bayerische Innenminister reumütig.
Herrmann in Gammelsdorf: Heimspiel für den Innenminister

Kommentare