+
Pläne für sein Unternehmen: Oswald Schenker erklärte den Niernsdorfer Bürgern kürzlich im Gasthaus Waldhof, was sich auf dem Gelände der bis dato 8,3 Hektar großen Recyclingfirma ändern soll.

Im Zuge der Klimaschutzoffensive

Niernsdorfer Recyclingfirma stellt Erweiterungs-Pläne vor – Bürger äußern Herzenswunsch

  • vonNico Bauer
    schließen

Die Recyclinfirma Schenker in Niernsdorf will ihr Areal erweitern. Auf der Infoveranstaltung für die Gemeinde äußerten die Bürger einen großen Wunsch.

Niernsdorf – In Deutschland wird die Klimaschutzoffensive immer ernster angegangen. Das Thema lässt auch die Firma Schenker nicht unberührt. Das in Niernsdorf in der Gemeinde Hohenkammer ansässige Recyclingunternehmen muss deshalb einiges verändern und will das mit einer Erweiterung des Geländes um gut 13 Prozent verbinden. Im Gasthaus Waldhof stellte die Firma ihre Pläne nun den Niernsdorfer Bürgern vor – noch bevor der Gemeinderat erste Beschlüsse fasst.

Die beiden Geschäftsführer Thomas und Oswald Schenker zeigten mit ihren Architekten auf, wie derzeit auf dem 8,3 Hektar großen Gelände gearbeitet wird und was sich verändern soll. Die Erweiterung nach Westen in die freie Landschaft hinein mit 1,1 Hektar würde etwa 13 Prozent zusätzliche Fläche bedeutet.

Die Vertreter der Planungsbüros erklärten, dass die verschiedenen Recyclingstoffe konzentriert werden und die Lagerstätten überdacht werden sollen, um die neuen Gesetzesvorgaben einhalten zu können. Lärmintensive Bereiche wie die Schrottverwertung sollen weiter weg von der Bundesstraße und damit auch von der Wohnbebauung rücken. Nach den Worten der Planer ergebe die Einhausung der bisherigen Freiflächen auch einen Schallschutz. In direkter Nähe zur Bundesstraße soll ein zentraler Bereich umgesetzt werden, damit Kunststoff besser verarbeitet werden könne.

„Wir haben weiterhin nichts mit dem Grünen Punkt zu tun“

„Der Gesetzgeber steht unter einem großen Druck und gibt diesen an uns weiter“, sagte Oswald Schenker. Er betonte, dass die Menge des bearbeiteten Recyclingstoffs gleich bleibe. Die Firmenphilosophie ändere sich auch nicht: „Wir haben weiterhin nichts mit dem Grünen Punkt zu tun und wollen nur mit hochwertigem Kunststoff hochwertige Produkte herstellen.“ Statt Joghurtbechern würden etwa Bobbycars von Wertstoffhöfen einer neuen Nutzung zugeführt.

Hohenkammers Bürgermeister Johann Stegmair war es wichtig, dass die Bürger aus der Nachbarschaft als Erste Fragen stellen dürfen – noch bevor der Gemeinderat zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplans samt Änderung des Flächennutzungsplans Beschlüsse fasst. Die Anlieger fragten intensiv nach und sollen bald den Wunsch nach einem Tag der offenen Tür erfüllt bekommen. Ein Bürger kritisierte, dass vor allem das Piepsen von rückwärts fahrenden Radladern im Wohngebiet nervend sei. Dieses Geräusch dürfe aus Sicherheitsgründen nicht abgeschaltet werden. Aber die Schenkers gehen davon aus, dass durch die neuen Hallen und überdachte Bereiche weniger davon in Niernsdorf ankommen wird.

Lesen Sie auch: Ratgeber lichtet den Müll-Dschungel: Freisinger Low-Waste-Expertin gibt Tipps

Bürgermeister Stegmair zeigte sich zuversichtlich, „dass wir eine Verbesserung der Situation mit der maßvollen Erweiterung erreichen werden“. Einem Ausbau entlang der Bundesstraße hätte er beispielsweise nicht zugestimmt. So aber rücke der Lärm vom Wohnort weg. Schon 2006 bei der letzten Erweiterung, als das Firmengrundstück verdoppelt wurde, sei die Situation im Ort verbessert worden. Zudem habe es laut Stegmair in den vergangenen zehn Jahren nicht einmal Probleme mit dem Abwasser der Recyclingfirma gegeben. 

Ein Spielplatz als Entschädigung

Seit über 20 Jahren hat die Bevölkerung im Hohenkammerer Ortsteil Niernsdorf gelernt, mit dem Recyclingunternehmen Schenker in der Nachbarschaft zu leben. Die Informationsveranstaltung zur Erweiterung des Firmengeländes nutzten die Bürger auch, um Bürgermeister Johann Stegmair und den anwesenden Gemeinderäten ihren sehnlichsten Wunsch mit auf den Weg zu geben: Niernsdorf möchte einen eigenen Spielplatz. Die Bürger machten deutlich, dass andere Ortsteile einen solchen Treffpunkt bereits bekommen hätten und man einen Spielplatz auch aufgrund des weitestgehend klaglosen Lebens mit dem großen Unternehmen nebenan verdient hätte. Wir haben mittlerweile 28 Kinder in Niernsdorf“, sagte ein Bürger. Die Tendenz sei steigend und damit auch der Bedarf für einen Spielbereich in den Augen der Dorfgemeinschaft gegeben. Der eine oder andere hofft nun darauf, dass der Gemeinderat diesen schon lange gehegten Wunsch noch einmal angeht – als Ausgleich für die neuerliche Ausweitung des Recyclingbetriebs.

Lesen Sie auch: Kämpfer fürs Klima: Dieser Freisinger Großvater (68) ruft am Freitag zu Demo auf

Auch interessant: Plastikmüll reduzieren: Warum es nicht egal ist, was jeder Einzelne tut

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare