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Senioren-Wohnanlage im Visier: Gemeinde möchte Baurecht schaffen

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Senioren auf der Parkbank
In Hohenkammer könnte eine Wohnanlage für Senioren entstehen. © Stephan Scheuer/dpa

Der Plan eines privaten Anbieters, in Hohenkammer eine Seniorenwohngemeinschaft zu realisieren, ist einen Schritt vorangekommen. Allerdings sind noch Fragen offen.

Hohenkammer - Das Unternehmen „Pro Vital“ betreibt in Norddeutschland verschiedene Anlagen von Betreutem Wohnen bis hin zu Pflegewohnungen. Dazu bietet der Dienstleister häusliche Pflege oder einen Hausnotruf an. Nun will man offenbar auch am anderen Ende Deutschlands ein Standbein aufbauen, genau genommen in der Eisfeldstraße in Hohenkammer. In der Nachbarschaft des REWE-Supermarkts und der kleinen Tankstelle möchte das Unternehmen eine Senioren-Wohngemeinschaft realisieren.

Die Geschäftsleitung von Pro Vital stellte das Projekt dem Gemeinderat bereits in nichtöffentlicher Sitzung vor. Nun wurde das Thema bei den rechtlichen Schritten für das Baurecht auf dem Grundstück öffentlich. Dabei wurde deutlich, dass nicht alle Gemeinderäte von dem Konzept überzeugt sind. Es besteht offenbar auch die Befürchtung, dass die Einheimischen nicht viel von der Senioren-Wohnanlage haben werden.

Für das Projekt soll das Gewerbe- zum Mischgebiet umgeändert werden

Das Unternehmen stellte nun den Antrag, das Grundstück an der Eisfeldstraße vom Gewerbe- zum Mischgebiet umzuändern. Das wäre die rechtliche Voraussetzung, um sich überhaupt über Wohnraum auf der Fläche unterhalten zu können. „Dem Antragsteller ist bekannt, dass das Verfahren erhebliche Risiken für ihn birgt“, schreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Pro Vital hat erst alle Kosten des Verfahrens zu tragen, und dann hängt die eigentliche Baugenehmigung von den Prüfungen ab, wie sich eine Wohnanlage mit der benachbarten Lackiererei vertragen.

Gertraud Wagatha, die letztlich gegen das Umwidmungsverfahren für das Grundstück stimmte, befürchtet mit dem angestoßenen Prozess, dass damit quasi ein Bauanspruch entsteht, „und nicht jeder ist von den Plänen begeistert“. Bürgermeister Mario Berti sagte, dass mit der Umwidmung dann Baurecht besteht, egal wem das Grundstück künftig gehört. Für die Gemeinde sei die Änderung „eher ein Vor- als ein Nachteil“. Deutlicher wurde Susanne Hartmann, die mit dem Antrag prima leben konnte: „Für uns ist es ein Glücksfall, wenn einer erst einmal die Umwidmung übernimmt und bezahlt.“ Sollte die Senioren-Wohnanlage wegen den bestehenden Gewerbebetrieben in der Umgebung nicht realisierbar sein, dann könnten auch andere Projekte mit neuen Wohnungen auf der Fläche errichtet werden.

Prüfung findet erst noch statt

Bei einer Gegenstimme sagte der Gemeinderat ja zu dem Antrag. Damit kann die Verwaltung nun mit Pro Vital vertraglich festlegenNeue Ruhebänke für Spaziergänger und Radfahrer - Haager Bürger sollen mitmachenNeue Ruhebänke für Spaziergänger und Radfahrer - Haager Bürger sollen mitmachen, dass im Umwidmungsverfahren keine Kosten für die Gemeinde entstehen. Wenn dieser Schritt durch ist, beginnt erst die genaue Prüfung, ob Wohnungen an der Eisfeldstraße genehmigungsfähig sind.  (nb)

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