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Eine Herbstmatinee vom Feinsten bekamen die Besucher am Sonntag im Schloss Hohenkammer geboten. Thema in diesem Jahr: die Liebe.

Sonntagsmatinee im Schloss Hohenkammer

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt

Da war ganz schön viel reingepackt in die diesjährige Herbstmatinee des Liederhorts Fidelitas. Aber für die Besucher im vollbesetzten Gutshofsaal auf Schloss Hohenkammer konnte es freilich gar nicht viel genug sein.

HohenkammerBei stürmischem Herbstwetter draußen war es im Saal schön kuschelig, und das Thema war auch dazu angetan, Herzenswärme zu verbreiten: „Schöne Nacht, du Liebesnacht – Lieder über die Liebe“ war das Singen am Sonntagvormittag überschrieben. Und mit von der Partie auch dieses Mal die Nachwuchssänger vom Kinderchor NewKammer, die die „Best of“ aus ihrem erst kürzlich so überaus erfolgreichem Musical „Portalia“ von Maria Seiler sangen.

Manfred Burghardt wurde darüber hinaus für seine 30-jährige Chorleitertätigkeit von Ulrich Landes geehrt. „30 Jahre mit Brüchen“, relativierte der so Geehrte und machte deutlich, dass er nicht geschlossen drei Jahrzehnte seinem Chor vorstand. Das freilich tat dem Applaus keinen Abbruch, den ihm Besucher wie Sänger anhaltend spendeten.

Was Helene Fischer kann, kann derLiederhort Fidelitas schon längst

Stimmgewaltig gab sich der Liederhort Fidelitas. Sopranistin Claudia Rösch (vorne) brillierte mit Stücken aus Carmen und Hofmanns Erzählungen.

Das Repertoire der dargebotenen Liebeslieder reichte von Udo Jürgens „Merci Cherie“ über Rudolf Schocks „Ich bin nur ein armer Wandergesell“ bis hin zu „The Rose“, denn „was Helene Fischer, Bette Middler und viele andere Sängerinnen können, können wir auch“, meinte Moderatorin Agnes Burghardt, die die verbindenden Worte im Übergang zu den einzelnen Liedern fand – und auch dafür verdienten Beifall erntete.

Aus dem „Blauen Engel“ gab’s den Hit „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – und mit ein bisschen Fantasie konnte man die langbeinige Marlene Dietrich auf ihrem Barhocker Zigarillo mit Spitze rauchend ausmachen. Ein echtes Hohenkammerer G’wachs ist die Sopranistin Claudia Rösch, die immer mal wieder beim Liederhort gastiert, deren Mitglied sie ja auch ist. Sie brillierte mit der „Habanera“ aus „Carmen“ von Georges Bizet und dann noch mit der „Barcarole“ aus Hofmanns Erzählungen – auch ein Klassiker unter Liebesliedern. Begleitet wurde die Solistin auf dem Klavier von Walter Brachtel.

Dass nach so einer Matinee das Publikum die Sängerinnen und Sänger nicht einfach so entlassen würde, war schnell klar. Und Chorleiter Manfred Burghardt und sein Ensemble wehrten sich am Ende natürlich nicht gegen eine mit frenetischem Beifall geforderte Zugabe. „Plaisire d’amour“ war es dann, was das gespannte Publikum als Zuckerl noch zu hören bekam – herrlich interpretiert von der Liedertafel und mit dem Zusatz von Manfred Burghardt versehen, dass dies wahrlich kein Lied für eine Hochzeit sei. Klar, gibt es in dem Stück doch auch die Passage, in der es wenig zuversichtlich heißt: „Die Liebeslust vergeht im Augenblick, das Liebesleid umschattet unser Leben.“

Heinz Mettig

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