Im Seniorenbeirat Freising Projekt für mehr Mobilität vorgestellt

Auf einer kleinen Bank ruhen große Hoffnungen

Es könnte die Lösung für die Mobilitätsprobleme im Landkreis sein: Die Mitfahrerbank, die vor allem in Norddeutschland ein probates Mittel ist, Menschen ohne Auto und in Gegenden mit schlechten Busverbindungen von A nach B zu bringen. Thomas Huschenbeck, Seniorenbeauftragter in Wang, stellte am Dienstag im Seniorenbeirat des Kreistages ein Projekt vor, an dem er mit Verve in seiner Gemeinde arbeitet: Die sogenannte „Mitfahrerbank“.

Freising– Dabei handelt es sich um den Versuch, in Wang Sitzbänke aufzustellen, die besonders gekennzeichnet sind und vorbeifahrenden Autofahrern signalisieren sollen, dass hier (meist) ältere Bürger mitgenommen möchten. Huschenbeck sagte, zunächst sei geplant, eine Verbindung von Wang nach Moosburg aufzubauen. In Moosburg könnte dann eine weitere Bank aufgestellt werden für Leute, die vom Viehmarktplatz ins Gewerbegebiet Degernpoint (Aldi, Lidl etc.) fahren möchten. „Huschenbeck: „Da fährt nämlich auch kein Bus hin“. Das Prinzip ist simpel. In Wang soll eine entsprechend gekennzeichnete Sitzbank an exponierter Stelle aufgestellt werden. Vorbeifahrende Autofahrer könnten dann dort wartende Menschen „einladen“, um sie zum gewünschten Ziel mitzunehmen. „Im Gespräch mit den Autofahrern während der Fahrt klärt sich dann meistens, welches gewünschte Ziel angefahren werden soll. An der Mitfahrerbank selber sollen, so Huschenbeck, Schilder anzeigen, wohin der oder die Wartende fahren möchte. Das kann an der Bank vom Mitfahrer individuell eingestellt werden. Also in Wang entweder nach „Moosburg“ oder in die Gemeindeteile von „Albersdorf“ bis „Wollersdorf“. Die Kosten für die Aufstellung eine solchen Bank halten sich im Rahmen, Thomas Huschenbeck nannte hier tausend Euro. Ein Problem allgemein sei eventuell der geeignete Standort, denn Grundstückseigentümer seien oft nur schwer zu bewegen, drei Quadratmeter zur Aufstellung der Bank zur Verfügung zu stellen.

Eine Hinweistafel zeigt, in welche Richtung sie fahren wollen. Die Mitfahrerbänke sind nicht als Massenverkehrsmittel gedacht. Sie sollen die wenigen Busangebote in ländlichen Gegenden ergänzen und es den Menschen erleichtern, etwa zum Bahnhof oder zum nächsten Supermarkt zu kommen.

Im Seniorenbeirat wurde Huschenbecks Initiative rundum positiv aufgenommen. Vorsitzende Rita Schwaiger sprach von einer „interessanten Initiative“, zumal davor die Seniorenvertreter aus den Gemeinden allesamt von den gleichen Problemen berichtet hatten: der fehlenden Mobilität, der mangelnden Busverbindungen. Eva Stocker aus Fahrenzhausen etwa berichtete von Problemen für die Bürger, zu den Fachärzten nach Freising zu kommen. Gleiches galt auch für Nandlstadt, Allershausen oder Kirchdorf. Beate Frommhold-Buhl wusste Nämliches aus den Neufahrner Gemeindeteilen (Massenhausen, Giggenhausen) zu berichten. In Kirchdorf hatte man große Hoffnungen auf das Mobilitätskonzept der ILE gesetzt, sagte Elisabeth Hörand, aber „das hat sich leider zerschlagen“.                                                                                                                                                             Heinz Mettig

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