Immer weniger Hausärzte

Freising - Noch ist der Nachwuchsmangel nicht akut. In zehn Jahren aber könnte das ganz anders aussehen: Im Landkreis Freising droht ein Versorgungs-Engpass mit Hausärzten.

95,5 Hausärzte gibt es unter Einbeziehung von Halbtagsstellen laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayern (KVB) rein rechnerisch im Landkreis Freising. Auf einen Mediziner kommen somit etwa 1760 Patienten. Damit ist man nach Aussage von KVB-Pressereferentin Kirsten Warweg bei einer Versorgung von 102 Prozent. Doch wo sich die Ärzte im Landkreis ansiedeln, darauf habe die KVB keinen Einfluss – und so könne die Situation in einzelnen Gemeinden wie beispielsweise Neufahrn natürlich ganz anders aussehen.

Die Verteilung der Allgemeinmediziner im Landkreis ist für Bungartz aber nicht das drängendste Problem. Er warnt vielmehr vor einem Hausärztemangel in der nahen Zukunft. „Ich suche gerade selbst einen Weiterbildungsassistenzarzt, der die zweijährige Ausbildung in der Praxis macht, aber es meldet sich keiner.“

Anderen Kollegen gehe es genauso. Daran würde man deutlich erkennen, „dass der hausärztliche Nachwuchs ausbleibt“. Diese Befürchtung teilt auch die KVB-Sprecherin: In den nächsten zehn Jahren würden bayernweit 43 Prozent der Hausärzte aus ihrem Beruf ausscheiden, 20 Prozent seien bereits über 60 Jahre alt.

Dieses Problem beschäftigt momentan auch den Rudelzhausener Bürgermeister Konrad Schickaneder: „Unsere Allgemein-Medizinerin wird in ein paar Jahren aufhören und findet einfach keinen Nachfolger.“

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