Erinnerungsveranstaltung

In Gedenken an Petra Kelly: „Ihr Aktionsfeld war die Welt“

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Symbolfigur – dieses Wort fiel am häufigsten. Gemeint war immer Petra Kelly. Für die Erinnerung an die außergewöhnliche Frau, die am Mittwoch ihren 70. Geburtstag gefeiert hätte, war auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth nach Freising gekommen.

Freising – Der Saal des Hofbrauhauskellers war brechend voll. Menschen, die Petra Kelly getroffen und mit ihr zusammen gearbeitet haben, Menschen, die die Gründungsgestalt der Grünen nicht live erlebt haben, aber ihre Ideale vertreten, Menschen, die noch nicht so viel über die Vorkämpferin für Menschen- und Frauenrechte gehört hatten – sie alle hatten sich zur Erinnerungsveranstaltung versammelt.

Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher würdigte Kelly und die Grünen: Dass die Friedens- und Umweltbewegung nicht mehr wegzudenken seien, das sei das Verdienst der Grünen. Und der OB versprach, dass der Kampf gegen den Flughafen, den Petra Kelly als Bundestagsabgeordnete für Freising geführt habe, als Kampf gegen die dritte Startbahn weitergeführt werde.

Kelly, eine leidenschaftliche, sehr professionell arbeitende, fundamental denkende, in ihrer Radikalität und Klarheit beeindruckende Persönlichkeit – so beschrieb der Vorstand der Petra-Kelly-Stiftung, Leo Klotz, den Menschen, ohne den die grüne Bewegung nicht möglich gewesen wäre.

Kelsang Gyaltsen, der ehemalige Europa-Beauftragte des Dalai Lama, Bernd Fertig von der Tibet Initiative Deutschland sowie der ehemalige Referent Kellys, Frieder Wolf, erinnerten an die Frau, die 1986 von den Grünen in Freising, Erding und Pfaffenhofen zur Bundestagskandidatin gekürt wurde. Wahlleiter damals: Christian Magerl.

Der saß im Landtag fest. Aber Claudia Roth war gekommen, erzählte leidenschaftlich und voller Begeisterung von dem Menschen und der Politikerin Petra Kelly. Als Managerin der Band Ton, Steine, Scherben habe sie 1983 Kelly kennengelernt, sei 1985 Pressesprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion geworden. Kelly habe Menschen begeistern, mitreißen, mobilisieren können, sei aber auch fragil gewesen. Und: „Sie war eine Zumutung für viele.“ Kelly, jene weltweit bekannte Symbolfigur der grünen Bewegung, sei in einer Zeit ohne Internet eine unfassbar gute Netzwerkerin gewesen. Kelly, die stets das Projekt Europa habe stärken wollen, wäre heute so dringend notwendig wie selten, sagte Roth. Umwelt, Frieden, Europa – das sei Petra Kelly. Und: ökologisch, sozial, basisdemokratisch und vor allem und unbedingt und geradezu radikal gewaltfrei. „Das Aktionsfeld von Petra war die Welt, also genau das Gegenteil von nationaler Borniertheit“, schilderte Roth. Und deshalb steht für die Vizepräsidentin des Bundestags fest: „Petra Kelly gehört zu den größten und wichtigsten Frauen des 20. Jahrhunderts – nicht nur in Freising, sondern in der ganzen Welt.“

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