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Standen R ede und Antwort zu einem diffizilen Thema: Wolfgang Putz, Dr. Gabriele Müller (Palliativmedizinerin) und Petra Walhör (pflegerische Leitung, v. l.).

Info-Vortrag zu Patientenrechten am Lebensende

„Das höchste Gut ist die Selbstbestimmung“

Welche Rechte haben Patienten am Ende ihres Lebens? Wann ist eine lebensverlängernde Behandlung durch einen Arzt rechtswidrig? Das sind nur einige der Fragen, die der Münchner Rechtsanwalt und Experte für Medizinrecht, Wolfgang Putz, bei einem Vortrag der PalliativeCare beantwortete.

Freising – Eingeladen hatten die Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung aus Freising und Erding sowie die beiden Hospizvereine Freising und Erding. „Am Lebensende ist entscheidend, was der Patient will“, das stellte Putz gleich zu Beginn klar. Und: „Das höchste Gut ist die Selbstbestimmung.“ Der Arzt gehe quasi mit einem Bauchladen an Behandlungsmöglichkeiten, die indiziert sein müssen, also ärztlich begründet, in die Zimmer hinein und der Patient entscheide, was daraus er wolle. Wenn der Kranke dies zu dem Zeitpunkt nicht mehr selber könne, müsse jemand anders die Entscheidung treffen. Und wenn dann keine Patientenverfügung vorliege, müsse der sogenannte mutmaßliche Patientenwille ermittelt werden, klärte Putz auf. Es müsse gefragt werden: „Wie würde der Patient in der aktuellen Situation entscheiden?“ Dafür seien Menschen unentbehrlich, die den Betroffenen gut gekannt hätten. Wenn sich Arzt und Bezugspersonen einig seien, dass eine bestimmte medizinische Maßnahme oder deren Unterlassung dem Willen des Patienten entspräche, dann könne diese Maßnahme durchgeführt oder unterlassen werden, so der Rechtsanwalt. Von der Rechtslogik her sei klar, dass der Arzt kein Todesurteil ausspreche, wenn er in Übereinstimmung mit dem Patientenwillen lebenserhaltende Maßnahmen durchführe oder unterlasse. Der Patient habe sich für oder gegen die Maßnahme ausgesprochen. Dass es aber in der Vergangenheit immer wieder zu Konfliktfällen gekommen sei, die auch vor Gericht ausgetragen werden mussten, auch das verdeutlichte Putz. „Ein hoch emotionales Thema.“ Wie es sei, wenn ein Patient mit fortgeschrittener Parkinson Erkrankung, der über einen Schlauch ernährt werde, verlauten lasse, dass er Hunger habe, wollte eine anwesende Pflegefachkraft wissen. Bei ihrem 71jährigen Patienten liege eine Patientenverfügung vor, dass er keine lebensverlängernden Maßnahmen wolle. Man müsse den Patienten mit Schluckstörungen aufklären, was im Falle einer oralen Ernährung passieren könne, sagte Putz. Man werde einen runden Tisch bilden, an dem Patient, Betreuer, Sohn und Pflegepersonen teilnehmen werden, so der Vorschlag des Münchner Rechtsanwalts. Der Vortrag war Teil einer Fortbildungsreihe, mit der die Fachkräfte der ambulanten Palliativ-Teams Freising und Erding sowie die Hospizvereine dazu beitragen wollen, den Palliativgedanken mehr in die stationären Pflegeeinrichtungen zu tragen.                                                   Maria Martin

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