Das Nadelöhr der Inkofener Ortsdurchfahrt
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Lebensgefährlich für Fußgänger und Radfahrer ist laut FT-Leser Klaus König die Engstelle an der Ortsdurchfahrt in Inkofen auf Höhe der denkmalgeschützten Kapelle. Entlang dieses Abschnittes der St 2054 sollte Tempo 30 gelten, meint er. Und zwar auf der gesamten Länge durchs Dorf. Auch der Gemeinderat Haag fordert die Temporeduzierung.

Sorgenkind Ortsdurchfahrt

Brummi-Belastung in Inkofen: Anwohner hoffen auf Tempo 30

Arg gebeutelt sind die Anlieger der Ortsdurchfahrtsstraße in Inkofen seit vielen Jahren. Sie leiden zunehmend unter der steigenden Belastung mit Brummi-Verkehr.

Inkofen - Weil die 40-Tonner oft auch mit überhöhter Geschwindigkeit durch das Dorf brettern, geht FT-Leser Klaus König aus Haag/Inkofen von einer ernsthaften Gefahr für Radfahrer, Kinder und Eltern mit Kinderwägen aus. Ein Beispiel: Von rechts und links der Moosburger Straße rollen zwei schwere Lastwägen auf die Engstelle bei der denkmalgeschützten Kapelle zu. Weil sie nicht aneinander vorbeikommen, fahren die Räder sogar über den abgesenkten Bürgersteig. Für Klaus König ist so eine Situation nichts Neues. Als langjähriger Anlieger der Moosburger Straße habe er die Zunahme des Lkw-Verkehrs „hautnah“ erleben dürfen, schreibt König der Heimatzeitung.

Und dann fuhr eine Pkw-Lenkerin gegen die Kapelle

Sein leicht sarkastischer Unterton lässt sich nicht verbergen. An besagter Stelle war bereits vor zwei Jahren ein Unfall passiert – eine Pkw-Lenkerin war gegen die Kapelle gefahren, wodurch das marode Gebäude vom Einsturz bedroht wurde. Für die Verkehrsteilnehmer – auch Fußgänger und Radfahrer – musste die Stelle komplett gesperrt werden, später war sie für viele Monate nur einspurig nutzbar. Im Zuge der Sicherung der Kapelle war damals auch der daneben liegende abrutschgefährdete Hang saniert worden.

Der dabei verwendete Schroppen-Schotter zeigte sich jedoch wenig stabil, so dass die Straße immer wieder mit Steinen überschüttet wurde. Erst kürzlich hatte dies für Diskussion im Haager Gemeinderat gesorgt (wir berichteten). Dass das Wegrutschen des Hanges auch mit den Erschütterungen zu tun haben könnte, die der Schwerlastverkehr mit sich bringe, mutmaßt König. „Das ist meine laienhafte Meinung“, schreibt der FT-Leser. Die Straßenverkehrsordnung sieht innerorts grundsätzlich 50 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit vor. Die Geschwindigkeit auf Tempo 30 zu reduzieren – und zwar entlang der ganzen Strecke durch das Dorf –müsste doch möglich sein, meint er. Dabei verweist König auf das Beispiel einer Großstadt in Baden-Württemberg: Auf der B 31, die innerorts durch Freiburg führe, gelte zum Schutz der Anwohner Tempo 30.

Auch im Haager Gemeinderat wünscht man sich Tempo 30

Eine entsprechende Geschwindigkeitsreduzierung sei auch seit langem Wunsch des Haager Gemeinderates, betont Bürgermeister Anton Geier. Trotz entsprechendem einstimmigem Votum des Gremiums sei das Begehren bisher von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde abgelehnt worden. Die Begründung: Die tägliche Verkehrsbelastung sei zumutbar und es seien auch noch keine Unfälle mit schweren Personenschäden passiert. Aber: „Die Situation muss neu bewertet werden“, glaubt der Haager Rathauschef. Nach der Inbetriebnahme der Westtangente in Moosburg 2012 habe der Verkehr seiner Meinung nach deutlich zugenommen.

Im Jahr 2015 sei im betroffenen Abschnitt der Staatsstraße 2054 eine durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung von 1950 Fahrzeugen festgestellt worden, informiert die Pressestelle im Landratsamt. Allerdings sei die reguläre Zählung im Vorjahr aufgrund der Pandemie auf 2021 verschoben worden. Belastbare Durchschnittswerte der aktuellen Verkehrsmenge würden derzeit im Landkreis erfasst, betont Sprecher Robert Stangl. Noch bis in den Oktober wird die Straßenverkehrszählung nach den Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums dauern.

Maria Martin

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