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Die neuesten Raketenneuheiten inspizierten Stephan Buchwald mit Sohn Robin im Freisinger Hagebaumarkt. Sie wissen um die Gefahren der bunten Böller.

Verordnungen für Silvester in Freising

Innenstadt ist weit ab vom Schuss

Freising - Laut und bunt wird es wie jedes Jahr an Neujahr. Wenn um 0 Uhr die Sektkorken knallen, sorgen aber auch noch andere Dinge für Lärm: Silvesterkracher. In der Stadt muss man aber darauf verzichten.

Es pfeift, eine Rakete fliegt gen Himmel. Mit einem lauten Knall zerplatzt sie in tausend Einzelteile und zeigt ein Farbspektakel. Viele „Aaahs“ und „Ooohs“ begleiten Silvester jedes Jahr. Allerdings ist immer Vorsicht das Gebot der Stunde. Seit einem Großbrand in Tübingen in der Silvesternacht 2008/2009 ist das Gesetz strenger geworden. Raketen und Böller sind demzufolge in der Stadt Freising Tabu, teilt Pressesprecherin Irene Striegl mit. Begründet ist das aber nicht damit, dass die Stadt Spielverderber sein will – im Sprengstoffgesetz ist es verboten, im Umkreis von 100 Metern rund um Krankenhäuser, Kirchen, Kinder- oder Altenheime Feuerwehrskörper abzubrennen. „Der gesamte Innenstadtbereich ist damit betroffen“, heißt es seitens der Stadt. Ganz auf Feuerwerke verzichten muss man aber auch dort nicht – Kleinstfeuerwerke der Kategorie I sind erlaubt, auch für Kinder ab zwölf Jahren. Dazu gehören zum Beispiel Knallerbsen, Wunderkerzen, Tretknaller, Tischfeuerwerk oder Bodenfeuerwerke. Nicht erlaubt sind dagegen jene der Feuerwerksklasse II – also Raketen und Böller, die Volljährige überall kaufen können. Und das sollte man auch tunlichst beachten – „bis zu 2500 Euro“ darf man hinlegen, wenn man diese Regeln missachtet, sagt Irene Striegl. Die Polizei hat dafür ein Formblatt herausgegeben (ganzes Blatt: www.freisinger-tagblatt.de). Die Beamten warnen, dass Minderjährige dem Gesetz nach keine Feuerwerkskörper abbrennen dürfen – nur jene der Kategorie I sind ab zwölf Jahren freigegeben. 

Silvesterknaller selbst zu basteln, ist übrigens auch strafbar – und noch dazu lebensgefährlich. Die Strafen sind empfindlich: Hat jemand nicht geprüfte und zugelassene Böller, drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 50 000 Euro. Bastelt jemand einen Sprengsatz selbst, fällt dieser unter das Waffengesetz. Hier kann es im schlimmsten Fall zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren, mindestens aber sechs Monaten kommen. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen hat die Polizei aber auch noch einige Tipps zur Sicherheit: Blindgänger sollte man nicht noch einmal versuchen zu zünden, sondern entsorgen. Außerdem ist es ratsam, 15 Minuten zu warten und sich dem Feuerwerk erst dann nähern. Danach kann das Feuerwerk in einem mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und dann im Hausmüll entsorgt werden. Man sollte außerdem einen Schutzabstand von rund acht Metern zu Gebäuden und Personen einhalten.

Seitens der Regierung von Oberbayern heißt es zudem, dass Minderjährigen auch im Familienkreis keine Feuerwerkskörper entsprechender Kategorien überlassen werden dürfen. Übrigens: Wer knallen kann, kann auch aufräumen. Jeder, der ein Feuerwerk abgebrannt hat, ist dazu verpflichtet, Straßen und Gehwege von seinen Resten zu säubern – wenn sie ausgekühlt sind. Danach: Ab in den Hausmüll damit!

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