Irlstorfer beteuert Anti-Startbahn-Kurs

Freising - „Ein so ein blödes Volk!“ Dass Plane Stupid und Startbahngegner vor dem Asamsaal aufmarschiert sind, kam bei manchem Gast des CSU-Neujahrsempfangs gar nicht gut an. Denn es gehe dem Volk in Bayern doch hervorragend, wie Festrednerin Gerda Hasselfeldt später betonte.

Die CSU gehört weg“ steht auf einem Plakat zu lesen. Es ist nur eines von vielen Bannern, die rund 70 Startbahngegner an jenem Mittwochabend den Gästen der CSU entgegenhalten. Die Freisinger CSU-Spitze ist inzwischen daran gewohnt, dass ihre Traditionsveranstaltung als Plattform für Startbahn- und CSU-Protest herhalten muss. Doch dieses Mal ist es etwas anders. Zum einen hat Florian Sperk von Plane Stupid dem Freisinger CSU-Ortschef und Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer etwas mitgebracht: „Den gläsernen Wanderpokal für Heimatzerstörung 2013“ bekommt Irlstorfer feierlich überreicht. Außerdem eine Urkunde, die ihm „erfolgreiche Passivität im Kampf gegen die 3. Start- und Landebahn“ bescheinigt.

Was bei den Gästen des CSU-Abends Kommentare wie „Unmöglich! So ein Gschwerl!“ auslöst, nimmt der reich Beschenkte selbst mit Humor - auch wenn er den Pokal als „makaber“ empfindet. Und dann passiert noch etwas, das es laut Irlstorfer bisher noch nicht gegeben habe: Florian Sperk bringt mit „A Ruah is!“ seine Mitstreiter zum Schweigen. Irlstorfer darf reden, man hört ihm sogar zu. Er spricht von einer „Tendenz“: Weder im Regierungsprogramm der CSU noch im Koalitionsvertrag in Berlin stehe etwas von der 3. Startbahn. Zudem gelte die Zusicherung von Horst Seehofer, nach Abschluss des VGH-Verfahrens das ganze Thema „nochmal politisch neu zu bewerten und zu entscheiden“. Freilich: Die Aktivisten hören zwar zu, glauben dem MdB aber nicht so recht. Irlstorfer betont auch, dass die CSU in Stadt und Landkreis sämtliche Beschlüsse gegen die Startbahn mitgetragen habe. Und daran werde sich nichts ändern. Pokal und Urkunde nimmt er mit den Worten entgegen: „Danke. Der Kampf geht weiter!“

Gut eine Stunde später wird Irlstorfer drinnen im warmen Asamsaal diese Aussagen wiederholen. Da hat die Festrednerin des Abends, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, bereits Bekanntschaft mit den Startbahngegnern gemacht. Martin Widhopf aus Pulling hat sich gar ins Asamfoyer geschlichen und ihm gelingt es, die weißhaarige Dame in ein Gespräch zu verwickeln. Ein längeres Gespräch. (zz)

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