Hohenkammer ohne Arzt

„Das ist eine Katastrophe“

Hohenkammer - Die Nachricht schlägt hohe Wellen: Der Praxisverbund Consensus med verkündete die Schließung der Arztpraxen in Hohenkammer, Petershausen und Reichertshausen. Nun stehen die Gemeinden vor einer großen Herausforderung. Bürgermeister Johann Stegmair erklärte dem Freisinger Tagblatt, wie es weitergeht.

Alle drei Gemeinden arbeiten Hand in Hand, um eine schnelle und zufriedenstellende Lösung für die Bürger zu finden, betont Bürgeremister Stegmair zu Beginn des Gesprächs mit dem FT. Er selbst hatte erst am Freitag von dem Beschluss erfahren und ist seitdem ständig im Gespräch mit den Bürgermeistern Reinhard Heinrich (Reichertshausen) sowie Marcel Fath (Petershausen). Vorgestern traf man sich sogar zu einer ersten Krisensitzung im Rathaus in Hohenkammer.

„Natürlich können wir nach einem Treffen noch keine Musterlösung präsentieren“, berichtete Stegmair. „Wir garantieren, dass wir diesen Fall mit oberster Priorität behandeln.“ Dafür werden sogar andere Termin verlegt. „Die drei Kommunen gehen diesen Weg gemeinsam, es herrscht ein uneingeschränkter Zusammenhalt.“

Vertreter des Unternehmens Consensus med, dessen Geschäftsführung die Familie Trißler aus Sugenheim innehat, hatten den Mitarbeitern und Bürgermeistern der drei Standorte mündlich über die Schließung der drei Arztpraxen unterrichtet. Diese soll bereits im Januar erfolgen. Eine Vorgehensweise, die Stegmair klar kritisierte: „Die Zeitschiene wurde seitens der Familie Trißler extrem schlecht gewählt.“ Ohne Vorankündigung solch eine Hiobsbotschaft zu überbringen, dazu noch mitten in der Weihnachtszeit, „das ist für uns eine Katastrophe“.

Einige Monate Vorlaufzeit hätten Stegmair zufolge der Verwaltung genug Zeit gegeben, eine kompetente Lösung zu finden, „um verschiedene Optionen durchspielen und sich vernünftig aufstellen zu können“. Auch seine Gremiumskollegen hätte der Rathauschef gerne vorab eingeweiht, schließlich habe man das Projekt zusammen mit dem Gemeinderat entschieden. Jetzt würden es viele aus der Zeitung erfahren. „Es ist immer schwierig, sich kurzfristig aufzustellen, aber jetzt sind alle unsere Ansprechpartner im Urlaub“, erklärte Geschäftsstellenleiter Marco Unruh.

Für Stegmair sei es nun wichtig, einen möglichst reibungslosen Übergang ohne längere Schließungszeiten zu gewährleisten. „Die Praxen in allen drei Kommunen sollen so schnell wie möglich weitergeführt werden.“ Insbesondere die Zulassungen sollen erhalten bleiben, „das steht im Interesse aller Bürgermeister“. Vor allem in Hohenkammer ist die Schließung eine Tragödie, befindet sich ansonsten kein Allgemeinmediziner im Ort. Auch wenn sich die Praxen in zwei unterschiedlichen Landkreisen befinden, wo vielleicht Ausweichmöglichkeiten gegeben sind, sei die Situation „für keine Gemeinde schön“, so Unruh. „Insgesamt trifft uns das alle drei so richtig“, fügte Stegmair hinzu. Der Bürgermeister bedauere die Entscheidung sehr, die für ihn und die Verwaltung „völlig unverhofft“ kam. „Die Mietverträge laufen ja auch noch ein paar Jahre. Deshalb dachte niemand daran, dass so etwas auf uns zukommen würde.“ Jetzt müssen die Gemeinden aber den Blick nach vorne richten: „Das Wichtigste ist nun, dass wir für unsere Bürgern eine gute Patientenversorgung erreichen“, so Stegmair.

Dabei stehe nicht nur die eigene Gemeinde im Blickpunkt. Das bestätigte auch der Geschäftsstellenleiter. „Wir überlegen in alle Richtungen, benötigen aber noch etwas Zeit. Für ein fertiges Konstrukt sind wir einfach zu sehr überrascht worden.“

Anna Schledzinski

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