Vorläufige Festnahme

Ivorerin mit falschem Visum am Flughafen gestoppt

Flughafen - Sie wolle nur zwei Wochen Urlaub machen, den FC Bayern sehen und Bekannte besuchen. Das zumindest hat eine ivorische Staatsangehörige den Bundespolizisten erzählt, die sie am Freitagnachmittag bei ihrer Ankunft aus Tunis aus dem Verkehr gezogen haben.

Die 29-Jährige hatte den Beamten neben ihrem ivorischen Reisepass nämlich ein gefälschtes Touristenvisum vorgelegt. Aus dem Urlaub wurde daher nichts. Die 29-Jährige musste am Samstag (6. August) wieder zurück nach Abidjan fliegen.

Als Bundespolizisten die Frau von der Elfenbeinküste bei deren Ankunft aus Tunis kontrollierten, legte sie ihnen einen ivorischen Reisepass mit deutschem Schengenvisum vor. Bei der Überprüfung der Dokumente stellten die Beamten jedoch fest, dass der Ausweis zwar echt war, das Visum aber eine komplette Fälschung. Sie nahmen die Frau vorläufig fest und zeigten sie wegen Urkundenfälschung und des Versuchs der unerlaubten Einreise an.

Auf der Dienststelle erklärte die Beschuldigte, sie wolle hier für zwei Wochen Urlaub machen, ein Spiel des FC Bayern München sehen und dann noch Bekannte aus der Heimat besuchen. Diese lebten wohl in Berlin, sie kenne aber weder Namen noch Adressen. Auf die Frage, ob und wo Sie denn dann von den Bekannten abgeholt werde, konnte die Ivorerin den Ermittlern keine schlüssige Antwort geben.

Die Frau erzählte weiterhin von einem anderen Bekannten in ihrem Heimatland, der ihr versprochen habe, sie könne in Deutschland Urlaub machen und werde den Fußballclub ihres Herzens sehen. Er kenne da jemanden, der ihr ein Visum besorge. Dies koste sie umgerechnet schlappe 5.300 Euro. Also hat die landwirtschaftliche Saisonarbeiterin ihr Erspartes ausgepackt und dem Mittelsmann das Geld für die Dienste des Unbekannten übergeben.

Anschließend habe sie das Visum in einem Dorf 450 Kilometer entfernt von der Hauptstadt des westafrikanischen Landes bekommen. Der Unbekannte erklärte ihr, sie müsse ein Hotel in Deutschland buchen, was er aber dann angeblich für sie übernahm. Außerdem hatte er ihr einen Fahrer geschickt, der sie in irgendeine Stadt gefahren, ihr dort ein Gebäude gezeigt hatte, das angeblich die deutsche Botschaft beherbergt, und sie anschließend wieder zurück in das Dorf gebracht hatte. Das alles wohl nur, um sie von seiner Seriosität zu überzeugen, wie sie in ihrem Schlusswort treffend feststellte: "Nach allem, was Sie mir erklärt haben, hat die Person mich reingelegt."

Sie sei nämlich nicht so weit gereist, wenn sie gewusst hätte, dass das Visum eine Fälschung ist. Dass sie jetzt nicht einreisen dürfe, sei aber auch kein Problem. Dann werde sie halt wieder nach Hause fliegen.

Dies musste die Ivorerin dann auch am Samstag mit einer Strafanzeige im Gepäck tun. Aber erst nachdem sie 245 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens bei der Bundespolizei hinterlegt hatte. Außerdem musste die 29-Jährige ihre Reisekasse um weitere knapp 900 Euro für die Rückflugtickets belasten.

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