50 Jahre Bergfreu(n)de

Landkreis – „An einem Tag, an dem du in die Berge gehst, wirst du nicht älter!“Ddiese Lebensweisheit stammt wahrlich aus berufenem Mund – dem des 94-jährigen Sepp Allwang, Gründer und Seele der vor einen halben Jahrhundert von ihm ins Leben gerufenen Gruppe der Ski- und Bergfreunde Freising.

Die darin organisierten Natur- und Wanderfreunde haben keinen Vorstand und keine Satzung und sind auch kein Verein, sondern ein zwangloser, freundschaftlicher Zusammenschluss von Menschen aus Freising und Umgebung, so auch aus Neufahrn und Eching. Sie alle lieben die Berge und bewegen sich gerne unter freiem Himmel – zu jeder Jahreszeit und netter Gesellschaft.

Wie es sich für Bergfreunde gehört, stand natürlich auch anlässlich des 50-jährigen Bestehens eine Tour ins Alpenland auf dem Jubiläumsprogramm. Und da es grundsätzlich kein schlechtes Wetter gibt, sondern allenfalls schlechte Bekleidung, wanderten rund 120 Bergfreunde bei strömendem Regen auf den Petersberg in der Nähe von Flintsbach. In der Peterskirche zelebrierte Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger eine feierliche Bergmesse, die von den Bläsern der Musikkapelle Flintsbach musikalisch umrahmt wurde. Im Gottesdienst zum Ausdruck kam dabei auch die Dankbarkeit, dass es bei den Bergfreunden niemals zu größeren Unfällen gekommen sei.

Im Anschluss an die Messe hat leider der strömende Regen den geplanten Aufenthalt im Biergarten verhindert. So fanden sich die Jubiläumsgäste in der Gastwirtschaft auf dem Petersberg zusammen. Aber auch in gemütlicher Runde lässt sich zünftig feiern – und so manches gemeinsame Erlebnis wurde dabei wieder lebendig.

Für Sepp Allwang war dies ein besonderer Moment, um das 50-jährige Bestehen der Gemeinschaft Revue passieren zu lassen – und an die Anfänge zurückzudenken. Im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet, war Allwang als Kriegsversehrter gezwungen, seinen Lebensentwurf neu zu gestalten. So rief er eine Skiabteilung im Versehrtensportverein Freising ins Leben – und daraus entwickelte sich die Gemeinschaft der Ski- und Bergfreunde. 1965 absolvierte Allwang eine Ausbildung zum Übungsleiter für Skilauf, später zum Fachübungsleiter. Mit sieben Teilnehmern tuckerte Josef Allwang am 14. Januar 1967 zum Auftakt des ersten Skikurses in einem VW-Kleinbus nach Spitzing los. Ab Januar 1970 musste für die Übungsfahrten ins Gebirge bereits ein kleinerer Bus angemietet werden.

Im Lauf der Jahre sind daraus Touren mit zahlreichen Mitfahrern geworden – und der Schwerpunkt hat sich zum Bergwandern hin verschoben. Da kann man mit beeindruckenden Zahlen aufwarten, die eine Erfolgsgeschichte dokumentieren: rund 570 Busfahrten mit insgesamt etwa 28 000 Teilnehmern schlagen zu Buche. Noch heute sind bei jeder Fahrt etwa 50 Wanderbegeisterte aus dem ganzen Landkreis und zuweilen auch darüber hinaus dabei. Der Bus fährt jeweils in Freising ab und hält noch einmal in Neufahrn, wo rund ein Drittel der Teilnehmer zusteigt.

Die Fahrten werden alle zwei Wochen angeboten, zu Zielen in den Alpen und im Bayerischen Wald. Die Touren sind begleitet und reichen vom Alpenvorland bis in die Stubaier Alpen. Sie sind für alle Altersklassen geeignet. Mitbringen sollten Interessenten allerdings eine vernünftige „Grundausstattung“ hinsichtlich Kondition, Trittsicherheit und Ausrüstung. Für die Touren werden jeweils drei Schwierigkeitsgrade angeboten. Kosten entstehen lediglich für die Busfahrt und bei manchen Ausflügen für Lifte und Bahnen. Informationen erhält man unter info@bergfreunde-freising.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rochade an der Spitze der Sänger
Giggenhausen - Machtwechsel bei der Einigkeit: Nach sechs Jahren gibt Johann Ziegltrum, bis dato Vorstand des Giggenhausener Männergesangvereins, Vorsitz und „Insignien“ …
Rochade an der Spitze der Sänger
Polizisten ringen Kokaindealer zu Boden - und finden verkaufsfertige Päckchen
Die Freisinger Polizei erwischte am Freitag einen Kokaindealer. Doch ohne Gegenwehr ließ sich der 22-Jährige nicht aufhalten.
Polizisten ringen Kokaindealer zu Boden - und finden verkaufsfertige Päckchen
Kirchenkleinod war Lebensaufgabe
35 Jahren stand Rosa Stör an der Spitze des „Vereins zur Erhaltung der Waldkirche Oberberghausen“. Das Engagement für dieses Kleinod wurde für sie zur Lebensaufgabe. …
Kirchenkleinod war Lebensaufgabe
Rückkehr zum G9: Das sagen die Freisinger Abgeordneten
Landkreis - Vorwärts in die Vergangenheit: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will zum G 9 zurückkehren. Doch nicht alle Heimatabgeordneten stimmen dem vorbehaltlos …
Rückkehr zum G9: Das sagen die Freisinger Abgeordneten

Kommentare