125 Jahre SV "Einigkeit" Thalhausen: Rühriger Verein mit unbekanntem Geburtsdatum

Thalhausen - „Einigkeit" lautet der Name des Schützenvereins in Thalhausen. Dabei waren die Miglieder nicht immer einer Meinung. Das Freisinger Tagblatt schaut zurück auf 125 Jahre bewegte Geschichte eines Vereins, dessen tatsächlicher „Geburtstag" unbekannt ist.

Das genaue Gründungsdatum des Schützenvereins „Einigkeit“ Thalhausen ist nicht bekannt. Der erste schriftliche Nachweis über seine Existenz ist am 21. Januar 1886 in einem Kassenbuch zu finden. Klar ist allerdings, dass sich die Schützen bis zum Ersten Weltkrieg nicht beim Wirt in Thalhausen sondern in der „Waldhütte“, einem kleinen Wirtshaus im Kranzberger Forst, trafen.

Um die leere Vereinskasse aufzufüllen, musste jeder, der eine bestimmte Mindestringzahl nicht erreichte, eine Strafe zahlen. Ungewöhnliche Geldstrafen schienen im Verein an der Tagesordnung zu sein: So findet sich im Kassenbuch unter dem 4. März 1886 folgender Eintrag: „Einnahmen aus Strafen wegen unrichtigem Vortrag eines Liedes - 0,76 Mark.“ Auch wer einen Schießabend versäumte, kam nicht ungesühnt davon: „Zwei Strafen wegen Ausbleiben am Gesellschaftsabend à 20 Pfennig.“

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Schießen eingestellt und erst im Herbst 1921 wieder aufgenommen, allerdings mit Änderungen: Neue Stätte wurde die Wirtschaft in Thalhausen. Die Schießanlage im Wald verwahrloste und verfiel. Anfang der 1970er Jahre wurde sie abgerissen.

Seinen Ersten Schützentag veranstaltete der Verein am 23. Oktober 1926 - ein wichtiges Datum, denn dabei beschlossen die Anwesenden, dem Verein den Namen „Einigkeit“ zu geben.

Aufgrund der politischen Verhältnisse kam der Schießbetrieb 1937 erneut zum Stillstand. Der Verein bestand jedoch weiter. Erst 1950 wurde er wieder zu neuem Leben erweckt. Mit großem Erfolg: Aufgrund des starken Mitgliederzuwachses und der damit verbundenen langen Wartezeiten am Schießstand, kam es aber bald zu Streitereien. Die Folge: 1954 gründete ein großer Teil der Aktiven den Schützenverein „Immergrün“. Die verbliebenen Mitglieder ließen sich nicht unterkriegen, machten, obwohl sie nur noch Wenige waren, entschlossen weiter. Der neue Verein löste sich bereits nach kurzer Zeit wieder auf, und die meisten der abtrünnigen Schützen kamen zum Stammverein zurück. Der Name „Einigkeit“ hatte wieder seine volle Gültigkeit.

Anfang der 1960er Jahre mehrte sich die Meinung, zu einem Schützenverein gehöre auch eine Schützenkette und eine Fahne. Einen Teil des Wunsches setzte der Verein 1965 in die Tat um, und ließ eine Schützenkette anfertigen. Eine Fahne wurde zwei Jahre später geweiht. Der Kauf kam durch Spenden der Vereinsmitglieder sowie der Bürger von Thalhausen und benachbarte Orte zustande.

Platzmangel prägte die 1970er Jahre: Der Schießstand wurde in den Saal im ersten Stock verlegt. 1979 musste er, bedingt durch den Neubau des Wirtshauses, abgebaut werden. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, stellten die „Hubertusschützen“ aus Kranzberg ihre Anlage zur Verfügung. Ab September 1979 begann im Keller des Neubaues mit dem Bau einer neuen Schießanlage, die acht elektrische Stände hatte.

Eine besondere Herausforderung stellte das hundertjährige Vereinsjubiläum dar. 70 Vereine nahmen an den Festlichkeiten teil. Der Zug war so lang: Als die ersten im Schlosspark ankamen, waren die letzten Vereine noch nicht einmal abmarschiert. Der Gottesdienst wurde um eine Dreivirtelstunde verschoben. Auch die Vorbereitungen zum 125-jährigen Gründungsfest waren eine besondere Herausforderung. Die Jubelfeier im „Roten Stadel“ stellt den bisher letzten Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte des Schützenvereins „Einigkeit“ Thalhausen dar.

So wird gefeiert:

Die zweitägigen Feiern zum 125. Jubiläum beginnen am Freitag, 3. Juni, um 19 Uhr mit dem Einzug des Festvereins und den Festdamen, des Patenvereins sowie den Ehrengästen. Den passenden musikalischen Rahmen zum Fest präsentieren die „Holledauer Hopfareisser“ und die „Wolfersdorfer Goaßlschnalzer“. Ihre Fortsetzung findet die Feier am Sonntag, 5. Juni: Ab 8 Uhr werden die teilnehmenden Vereine abgeholt, um 9.30 Uhr beginnt das Aufstellen zum Kirchenzug. Ein Festgottesdienst im Schloßpark findet um 10 Uhr statt. Dabei werden auch die Fahnenbänder gesegnet. Ein gemeinsames Mittagessen gibt es ab 12 Uhr im „Roten Stadel“. Nach der Stärkung beginnt um 13.30 Uhr die Aufstellung zum Festzug, der sich um 14 Uhr in Bewegung setzt. Anschließend werden die Erinnerungsbänder verliehen. Zum Abschluss spielt die Festpakelle und der Tag klingt bei gemütlichem Beisammensein aus.

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